Konjunkturschwankungen können das Festhalten an Erscheinungen bekräftigen, die ihnen unterliegen. Ob es an also an der Zeit ist, mit Malevolence (Another Century/Century Media/Sony Music) ein Album zu veröffentlichen, das einem Trend huldigt, der seine erste Hochzeit längst durchlaufen hat und zurzeit bestenfalls in Wartestellung seines Revivals harrt, braucht New Years Day nicht bekümmern. Zumal die Band ihr Material mit einer Fülle von eigenartigen Wendungen und latenten Stilbrüchen versieht, die den Sprung auf fahrende Züge entbehrlich macht.

New Years Day: "Malevolence" (Another Century/Century Media/Sony Music)
New Years Day: „Malevolence“ (Another Century/Century Media/Sony Music)

Tatsächlich läuft es auch ohne akuten Hype und trotz Besetzungswechsel ausgesprochen gut für die kalifornischen Dark Metaller, die mit Sängerin (weniger Shouterin) Ash Costello ein belastbares Markenzeichen in die Waagschale werfen. Die erste soeben in Angriff genommene Headliner-Tour durch die USA lässt guten Zuspruch vermuten.

An Malevolence, dem Nachfolger des in sich geschlossenen Victim To Villain, gefällt die Heterogenität des Aufgebots. Anspruchsvoll gedachte und entsprechend ausgeführte Passagen (Anthem Of The Unwanted) reiben sich an Eingängigkeiten, die ziemlich exakt dasjenige repräsentieren, was man sich unter einer Goth-Variante von Evanescence vorzustellen vermag. Am griffigsten gelingt dabei Scream: Endlich hat der Über-Song gleichen Namens der späteren Misfits sein (weiblich dominiertes) Pendant gefunden. Wenn man so will.

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