Interview mit Radare

„Wir sitzen in der Falle der Originalität“

Radare: "Im Argen" (Artwork)

Radare: „Im Argen“ (Artwork)

amusio: „Obwohl ich vermute, dass Ihr Euch weigern werdet, die inhaltlichen Komponenten von Im Argen weiter zu erläutern, können wir doch trotzdem noch kurz darüber sprechen, oder?“

Jobst M. Feit: „Im Argen bietet Musik und Gestaltung, eine Anknüpfung von Klang und Bildwelt. Es ist also alles vorhanden, um es zu verstehen.“

Fabian Bremer: „Zum Release haben wir die Photographien des Artworks, zum Beispiel auf Facebook, nochmals einzeln vorgestellt und ergänzende Hinweise gegeben, die über die im Booklet enthaltenen hinausgehen. Doch jede Erläuterung kann auch neue Rätsel aufgeben. Vor diesem Hintergrund sind wir auch an die Bildrecherche gegangen. Wir wollten eine Bildwelt erschaffen, die nicht homogen erscheint, sondern den Charakter von vorgefundenem Material besitzt. Durch die Zusammenstellung erlangten die Motive auch für uns neue Bedeutungsebenen. Zudem sind die Bilder auch als eine Art Statement zu verstehen, da wir ja zuvor auf illustrative Elemente immer verzichtet haben. Nun liefern wir Gedankenstützen oder Denkanstöße mit, die wir jedoch chiffrieren, wodurch sie umso kryptischer werden (lacht).“

Jobst M. Feit: „Das Album könnte auch den Subtitel Im Vagen tragen. Mit den Bildern wollten wir den emotionalen Raum umreißen, der in dem jeweiligen Stück entsteht. Das Narrative der Musik wird von den Bildern zugleich gestützt und weiter fortgeführt.“

amusio: „Bezieht sich die Narration auf einzelne Tracks oder ergibt das Album auch insgesamt eine durchgängige Erzählung, einen Tragödien-Stoff in fünf Akten etwa?“

Jobst M. Feit: „Im Argen funktioniert so ähnlich wie die Short Cuts von Robert Altman. Die Episoden sind lose miteinander verbunden und gehen doch aneinander vorbei. Beim Komponieren haben wir schriftlich fixierte Szenarien als Textersatz verwendet, um den mehr oder weniger vagen Plot nicht aus den Augen zu verlieren. Grundsätzlich geht es um Menschen, die sich in ausweglosen Situationen befinden. Das ist der rote Faden, ansonsten bestehen zwischen den einzelnen Tracks keine innere Anknüpfungspunkte.“

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