Interview mit She Past Away

„Ich hasse das“

Volkan Caner überlässt das Reden Doruk Ozturkcan. Gemeinsam bilden sie das Dark Wave Duo She Past Away, das im kölnischen MTC seines Auftritts harrt. Nachdem die Berliner Golden Apes einen angemessen souveränen und die Italiener Ash Code einen dito blasierten Auftritt hingelegt haben. Es folgen Auszüge eines anderthalbstündigen Gesprächs, das She Past Away, wenn nicht gar die gesamte „schwarze Szene“, anders verstehen lässt, als jene liebgewordenen Klischees vorgaukeln, die – sei es aus Bequemlichkeit oder aus Konsequenz – selbst von den Gängern zuvörderst selbst gelebt werden.

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Doruk Ozturkcan, She Past Away (Stephan Wolf)

Doruk Ozturkcan, She Past Away (Stephan Wolf)

amusio: „Wenn wir uns vor zwei Jahren getroffen hätten, um ein Interview zum Zwecke der Veröffentlichung zu führen, hätte dies der primären Vorstellung von She Past Away gedient. Nun seid Ihr binnen kurzer Zeit zu einem Begriff geworden, der keiner grundsätzlichen Erklärung mehr bedarf. War das Teil eines Plans?“

Doruk Ozturkcan: „Nein, was mit uns geschieht, entzieht sich unserer Macht. Ich würde es schlicht als Schicksal bezeichnen. Und als Folge unseres Unvermögens, zu einem Angebot im Ausland aufzutreten, Nein sagen zu können. Wir haben jede Gelegenheit wahrgenommen.“

amusio: „Ihr habt die entsprechenden Angebote ja auch erhalten. Exoten-Bonus?“

Doruk Ozturkcan: „Den will ich gar nicht in Abrede stellen. Obschon wir Nischenmusik machen, wissen wir sehr wohl, dass sich in dieser Nische viele Bands tummeln, denen es nicht vergönnt ist, so viel international zu touren und somit auch Aufmerksamkeit zu erlangen. Dass unsere Herkunft da eine gewichtige Rolle spielt, empfinden wir jedoch nicht als Abwertung unserer Musik.“

amusio: „Für die Volkan in erster Linie verantwortlich zeichnet. Wie funktioniert das bei Euch?“

Doruk Ozturkcan: „Wir diskutieren nicht. Dazu besteht kein Bedarf. Was Volkan vorschlägt, deckt sich mit meinem Empfinden. Gemeinsam setzen wir es um. Wir pflegen ein symbiotisches Verhältnis, welches uns ermöglicht ökonomisch vorzugehen. Würden wir uns auch auf der musikalisch praktischen Ebene begegnen, würde der Schaffensprozess kein Ende nehmen. Wir haben bislang genau einen Song gemeinsam geschrieben. Und der hat in der Entstehung mehr Zeit benötigt als alle anderen zusammen!“

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