Nova Heart ist in erster Instanz Helen Feng, die als ehemalige Moderatorin von MTV-China ihre Sachkenntnis nutzt, um zahlreiche Einflüsse der (westlichen) Popmusik – vor allem die der 80er-Jahre – in ihrem Sinne zu verwerten, mit Bubble und Substanz. Das okzidentale Feuilleton reagiert entsprechend freimütig. Wir blicken mit der Künstlerin hinter jene Fassaden, die Schein und Sein miteinander verwechseln lassen. Und reden dabei auch über Sex.

Helen Feng / Nova Heart (Stephan Wolf)
Helen Feng / Nova Heart (Stephan Wolf)

amusio: „Hi Helen, beim Soundcheck vorhin hast Du es aber sehr genau genommen. War das bei dem Album auch so?“

Helen Feng: „Kann man wohl sagen, es hat insgesamt drei Jahre gedauert. Ich arbeite aber schon an dem zweiten. Doch zurück zu dem, was es von Nova Heart schon gibt: Weit über 100 Live-Shows sind dem Album vorangegangen. Dann sind wir ins Studio gegangen, um dort das Live-Feeling zu übertragen. Es zu bannen. Pustekuchen! Das Chaos der Shows oder auch die Interaktion mit dem Publikum lässt sich im Studio nicht reproduzieren. Darum hat das Album auch einen eher künstlichen Anstrich, für den ich mich aber bewusst entschieden habe. Im Studio sind Dinge möglich, die live nicht möglich sind. Das respektiere ich.“

amusio: „Jetzt bist Du quasi mit der Platte wiederum live unterwegs. Wie ist es um die Spontaneität, den Zufall und die Improvisation bestellt?“

Helen Feng: „Kein Konzert ist wie das andere. Uns ist am Flughafen ein Computer mit Soundpatterns geklaut worden, doch dank Dropbox können wie den Verlust kompensieren. Hätte man ein Instrument gestohlen, wären die Auswirkungen gravierender gewesen.“

amusio: „Das ist bezeichnend …“

Helen Fang: „So habe ich das auch gemeint. Wir verwenden natürlich Backings, aber was die einzelnen Musiker darüber hinaus veranstalten, entzieht sich der Kontrolle. Das gilt auch für meine Performance. Ich rede viel mit dem Publikum und verbinde in meinen Ansagen die Lieder miteinander. Doch das vollzieht sich spontan, nach Lust und Laune. Der Ablauf der Show ist also nur bedingt vorgegeben. Es gibt gute Shows und bessere. Hinzu kommt, dass wir ständig Personal austauschen. Das für Sound und Licht etwa. Gestern hat ein Teammitglied geheiratet und hat heute frei.“

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