Roland Van Campenhout – Just Another Place In The Universe...

Im Keller unter Freunden

Auf dem wie gewohnt mit herausragenden Veröffentlichungen reüssierenden Label Meyer Records ist soeben ein weiteres Highlight erschienen: Just Another Place In The Universe…, ein Album, das erneut Live-Aufnahmen aus dem Kölner Theater der Keller in audiophiler Qualität aufbereitet. Und wenn sich auch die glänzend aufgelegten Nils de Caster, Richard Bargel und Roland van Campenhout wie gleichberechtigt die Urheberschaft des Mitschnitts teilen, soll dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich in erster Linie um ein Werk des Letztgenannten handelt.

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Richard Bargel, Nils de Caster & Roland Van Campenhout: "Just Another Place In The Universe..." (Meyer Records/Rough Trade)

Richard Bargel, Nils de Caster & Roland Van Campenhout: „Just Another Place In The Universe…“ (Meyer Records/Rough Trade)

Und das nicht allein aufgrund der Tatsache, dass Roland van Campenhout gleich vier Eigenkompositionen zum Allerbesten gibt. Vielmehr werden die im vergangenen Jahr entstandenen Sessions vom unverkennbaren Vibe der belgischen Legende zu Lebzeiten durchgängig dominiert. Auch die Auswahl der Coverversionen geht auf die Vorstellungen des Altmeisters zurück: Footsteps Fall (Eddi Reader), Jelly Roll Baker (Lonnie Johnson), Last Letter Home (Butch McDade/James Hooker Brown jr) und Little Sadie (Doc Watson). Allein dieses Material ist bereits ein Indikator für die auf Just Another Place In The Universe… vorherrschende Tendenz, den Blues (trotz der gegebenen Fähigkeiten einer stilistischen Ausweitung auf Folk, Country oder Rock) urtümlich, bisweilen gar ungestüm und roh zu belassen. Wer den ausgesprochen knorrigen Impetus des Roland van Campenhout kennt, schnallt sich zur Sicherheit schon mal an.

Die Präsenz seiner Autorität soll und kann die Performance der Herren de Caster und Bargel indes nicht schmälern. Nicht zuletzt birgt die Bargel-Komposition Two Old Mules genügend Anlass, um jeglichen Verdacht einer unstatthaft einseitigen Huldigung im Keim zu ersticken. Vielmehr erweist sich Just Another Place In The Universe… über die gesamte Laufzeit als ein durch und durch dynamisches Manifest der Freundschaft von drei Musikern, die – im gegenseitigem Respekt – für den Moment leben, in dem sie gemeinsam bleibende Werte erschaffen. Was ihnen spätestens mit diesem Release auch (mal wieder) gelungen ist.

rolandvancampenhout.de
nilsdecaster.net
richardbargel.de

meyerrecords.com

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