Nach Sume, Nive Nielsen und Nanook ist es nun an den Small Time Giants, Grönland im Relevant Set des globalen Pop- und Rockbiz zu etablieren. Mit ihrem Debütalbum Stethoscope (popup-records/Cargo/Believe) ist ihnen dies naheliegender Weise in Dänemark bereits gelungen. So es den vier Akteuren gelingt, ausgiebig im Ausland zu touren, dürfte der Coup gelingen. Denn Stethoscope überzeugt auf Anhieb, auch wenn sich der Exotenbonus musikalisch kaum erkenntlich zeigt.

Small Time Giants: "Stethoscope" (popup-records/Cargo/Believe)
Small Time Giants: „Stethoscope“ (popup-records/Cargo/Believe)

Jakob Skovaa, Jonas Nilsson, Miki Jensen und Pilutannguaq Hammeken emanzipieren sich entschieden vom traditionellen Trommeltanz ihrer Heimat, indem sie ihre Energie nicht darauf verwenden, landestypische Signaturen einzustreuen. Wer sich von Stethoscope ethnologisch verwertbare Erkenntnisse erhofft, wird enttäuscht. Wer jedoch, im Zweifel auch als Ethnologe, ein Faible für britisch geprägten Indie-Rock mit hymnisch wärmender Note sein eigen nennt, dürfte an diesem Debüt seine helle Freude haben.

Dass beim (englischen) Gesang jeder Vokal überbetont wird, ist nur ein offensichtliches Merkmal für die distinkte Richtung, die Small Time Giants eingeschlagen haben, um zu Erfolgsbands wie Placebo, Snow Patrol oder (mit Abstrichen Editors) aufzuschließen.

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