Joga Club – Kolibri

Giftstachel, gefährlich eingängig & bittersüß

Vor Kolibri (Timezone/Timezone Distribution), dem dritten Album von Joga Club aus Osnabrück, kann nur gewarnt werden! Da mag sich noch so vehement gegen überwiegend liebestrunkene Texte und an sich harmlose Poprock-Reverien mit Akkordeon-Begleitung sträuben: Kaum dringt auch nur einer von diesen insgesamt elf vermaledeit angenehm eingängigen Songs in die Ohren, zielen sie von dort aus direkt ins Gemüt. Lassen dort aufseufzen, daraufhin sanft das Haupt schütteln und fortan das gesamte Album im Herzen weiter walten. Weil es Laune macht und einfach gut ist. So gut.

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Joga Club: "Kolibri" (Timezone/Timezone Distribution)

Joga Club: „Kolibri“ (Timezone/Timezone Distribution)

„Das ist Möglichkeit eins von unendlich vielen / die neben der ersten keine Rolle mehr spielen“ (Möglichkeit Eins): Die Jungs um Sänger Philipp Rethmann – sie bieten ja nur an, ihnen auf den Leim zu gehen. Sie drängen sich nicht auf, keine grelle PR begleitet das Going Public von Kolibri. Aber, nun ist es in der Welt und kann fortan nur noch so lange ignoriert werden, bis der erste, beste Song sein nächstes Opfer gefunden hat. Wenn für eine Band Airplay heutzutage noch wichtig ist, dann für Joga Club.

Von Jupiter Jones zum Joga Club … ist es nicht allzu weit. Doch auf dem kurzen Weg wurde reichlich Fett abgebaut und Federn gelassen. Derart entschlackt und stellenweise nackt erspielt sich das Quintett eine Zugänglichkeit mit Treppenwitz, die bei entsprechender Disposition auch schon mal einen der besagten Seufzer quer stecken lässt. Insbesondere bei dem zum Übersong tendierenden Hostel könnte das passieren. Lieder wie Wölfe im Schafspelz? Eher wie Kolibris mit Stachel. Viel Spaß am Stich und dem bittersüßen Gift, vorerst ohne Entwarnung.

Megafon:
youtube.com/watch?v=Cjvb1bSHi3g

jogaclub.de
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