Midas Fall & Raised By Swans in Berlin (K17)

Unvergleichlich, Unvergesslich

Während im großen Saal Swallow The Sun eine dem Vernehmen nach überzeugende Demonstration ihres eigentümlichen Death/Doom-Gebräus an den Abend legten, geschah im Hinterhaus, eine Nummer kleiner, etwas mindestens ebenso ergreifend Großes. Denn noch bevor Midas Fall aus Manchester das leider etwas zu überschaubar anwesende Publikum mit ihrem teils versponnenen, teils urwüchsigen Post Shoegaze entzückten, gehörte die Bühne dem Kanadier Eric Howden, der als Raised By Swans allenthalben Erstaunen, Rührung und Begeisterung zu säen verstand.

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Eric Howden ist Raised By Swans, K17, Berlin (Stephan Wolf)

Eric Howden ist Raised By Swans, K17, Berlin (Stephan Wolf)

Entgegen seiner drei bisherigen (durchweg sagenhaften) Alben, die Eric Howden überwiegend im Alleingang vollmundig instrumentiert hat, verlässt er sich heute Abend live allein auf Gitarre und Gesang. Und das ist für rund vierzig Minuten Weltentrückung mehr als genug. Dass es ihm nicht leicht fällt, sich der Herausforderung einer Performance zu stellen, ist ihm anzumerken – was jedoch der Intimität und Verbindlichkeit seines Gigs eher noch zugute kommt. Dabei unterstreicht seine Physis mit aller An- und Entspannung jene emotionalen Wechselbäder, in welche Howden die Psyche seiner Zuhörer zu entführen versteht. Wie kaum ein anderer Songwriter dieser Tage. Punktum.

Mit dramaturgisch höchst sensibel eingeflochtenen Brüchen versehen, kreiert sein Falsett Melodieführungen, die – selbst bei Geläufigkeit – immer wieder verblüffen und sich simultan tief ins Gewissen einbrennen. Die Bezüge zwischen Innensicht und Außenwelt mit denen seine Lyrics metaphorisches Neuland betreten, ergeben mit jedem Takt, jedem Anschlag den oft beschworenen „perfekten Sinn“, so seine Musik hierzu ad hoc entsprechend sensibilisiert. Einfach unvergleichlich: Raised By Swans.

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