Als Jardin d’Usure Anfang der 90er an den Start gegangen, bewegt sich das Brüsseler Duo Silk Saw – Marc Medea und Gabriel Severin – geflissentlich an den Rändern von gleichsam diffus eingegrenzten Abenteuerspielplätzen, irgendwo im reizvollen Niemandsland zwischen Trip, Techno, Collage und Ambient, jeweils wie selbstverständlich mit dem beliebten Präfix „Dark“ versehen. Der insgesamt elfte Langspieler Imaginary Landscapes (Kotä) macht da keine Ausnahme.

Silk Saw: "Imaginary Landscapes", Vinyl (Kotä)
Silk Saw: „Imaginary Landscapes“, Vinyl (Kotä)

Höchstens vielleicht noch um einige Dezibel konturierter als die vorangegangenen Arbeiten. Doch im Grunde ist das Verhältnis aus Form und Abstraktion konstant geblieben: Nach wie vor offerieren Silk Saw eine Fülle dominant veranlagter Anknüpfungspunkte unterschiedlichster Genese, wobei auf Imaginary Landscapes insbesondere das strukturiert hibbelige Piano von Same Area die Vorgehensweise der Belgier exemplarisch veranschaulicht. Doch selbst wenn an die Texturen üblicher Filmscores angelehntes Füllmaterial (Lonely Planet, Enough Slaps) den Zugang weiter zu erleichtern trachtet, ziehen sich die Fäden des Verqueren purpurrot durch die jederzeit gewahrte Ökonomie generöser Reizdosierung.

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