Auf Berlin-Brandenburgischen Flohmärkten aufgefundene Photos von Menschen aus längst vergangenen Zeiten inspirierten Paul Armfield zu seinem sechsten Album, Found (popup-records/Cargo/Believe), das ab morgen in zwei wertigen Editionen (CD/Vinyl) erhältlich ist. Melancholisch, sentimental und mit wohl dosierter Wärme der Empathie ausgestattet und unglaublicher Weise im häuslichen Alleingang entstanden, liegt eine Liedersammlung vor, die nicht anders kann, als tief zu Herzen zu gehen.

Paul Armfield: "Found" (popup-records)
Paul Armfield: „Found“ (popup-records)

Der Opener In Elinor’s Eyes fasst die Entstehungsgeschichte des Albums zusammen: Elinor, Künstlerin und Partnerin Paul Armfields, sammelt auf den Flohmärkten von Spandau bis Potsdam private Photos und Photoalben aus anonymen Privatbesitz. Sie wählt 15 davon aus und legt sie ihm vor. „Als ich sie das erste Mal durchsah war ich überwältigt. Jedes Bild erzählt unglaublich viel, aber ich habe versucht, meine eigenen Interpretationen außen vor zu lassen. Beim Schreiben der Songs habe ich eher versucht, eine musikalische Landschaft zu schaffen, um die Erfahrung beim Betrachten der Bilder zu verstärken. Sozusagen dreiminütige Rahmen, in denen man über ein Bild nachdenken und staunen kann. Und dabei mit jedem Atemzug neuen Atem in die anonymen Leben strömen zu lassen“. Das ist ihm gelungen.

Von wenigen Uptempo-Ausbrüchen (Of Sky And Sea And Sand) abgesehen, ergeht sich Found im entspannt Balladesken. Atmosphärisch erinnert das Album durchgängig an eine bodenständige Variation auf  The Blue Nile (From A Midnight Train) oder an Lambchop zu Zeiten von How I Quit Smoking. Dass Paul Armfield mit seinem ergreifend weichen Vibrato Leonard Cohen zitiert – „all the sisters of mercy, they are not departed or gone“ – liegt nahe. Zum Abschluss gibt es mit Around The Tree noch ein ironiefreies Weihnachtslied. Memo ans Christkind.

paularmfield.com
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