Rund sechs Wochen nach der VÖ von Angels & Ghosts veröffentlichen die Soulsavers Rich Machin und Ian Glover mit Kubrick (San Quentin/[PIAS] Cooperative/Rough Trade, ab heute) ein weiteres Album. Ohne Dave Gahan. Ohne Gesang. Dafür, gut 32 Minuten kurz, uneingeschränkt Elegisches, thematisch an acht Charakteren aus Stanley Kubrick-Filmen orientiert (was nicht überstrapaziert werden muss). Mit Pathos und Rührseligkeit in einem durchweg erträglichen Mischungsverhältnis, immer dicht am Rande von Kitsch und Leere, aber nie darüber hinaus.

Soulsavers: "Kubrick" (San Quentin/[PIAS] Cooperative/Rough Trade)
Soulsavers: „Kubrick“ (San Quentin/[PIAS] Cooperative/Rough Trade)
Erinnert der Opener De Large (Alex DeLarge, A Clockwork Orange, gewidmet) noch an Frank Duval (Derrick), gewinnen im weiteren Verlauf die leichterdings assoziierbaren Scores/Scorewriter an Qualität: Randy Newman (Awakenings), Angelo Badalamenti (Napola), Howard Shore (Crash). Doch möglicherweise tut der cineastische Bezug dem Album unrecht, wiewohl die Verknüpfung mit Kubrick (dessen Filmmusiken außer Also sprach Zarathustra kaum bleibend Verankertes boten) dies nun einmal nahelegt.

Als selbstständig wirksames Neo-Klassik-Album mit Stil und Pop-Appeal lässt Kubrick indes nichts anbrennen. Auf uneingeschränkt wehleidigen Genuss ausgerichtet, ist allein die kurze Laufzeit zu monieren. Doch die Tracks sind detailreich genug ausgestattet, um der Repeat-Taste zu huldigen. Allzu schnelles Satthören scheint eher unwahrscheinlich, zumal Soulsavers auf plakative Griffigkeit verzichten. Es handelt sich um Songs ohne Worte, und eben nicht um einen Score, der sein Main Theme durchzuprügeln hat. Spiels noch einmal Sam, dann wird meine Seele gesund. Für die Dauer eines halbstündigen Seufzers.

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