The Balustrade Ensemble - Renewed Brilliance

Ganz kleine Tode

Was wie eine distinguiert verschüchterte Reminiszenz an The Durutti Column beginnt, doch schon im zweiten Track in eine halluzinatorisch verfremdete Karel Svoboda-Märchenwelt überführt, kann ja kaum noch besser werden. Sollte man meinen. Doch der aus San Francisco stammende Gitarrist Grant Miller und der „recording & mixing engineer“ Scott Solter legen als Balustrade Ensemble mit Renewed Brilliance (Serein) ein Album vor, das jeglichen Wundertüten das Entnommene veredelt. Frei von oktroyierender Aggression, dafür beinahe schon mit einer emotionalen Dichte überfüllt, die sich ihrer Sentimentalität nicht schämt.

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The Balustrade Ensemble: "Renewed Brilliance" (Serein)

The Balustrade Ensemble: „Renewed Brilliance“ (Serein)

Ein stumpfer Bohrer wühlt sich gemächlich durch die Parodontose, und stärkt die Konnektivität von Zahnfleisch und Amygdala, verwandelt den Herd allmählichen Verfalls in ein delikates Lustzentrum, immer wieder wie auf frischer Tat ertappt. Es dürfen schon eigenartige Metaphern herhalten, um dem auf Renewed Brilliance Gebotenen halbwegs gerecht zu werden.

Bedachtsamkeit und Weichheit mögen das intendierte Klangbild dominieren, und doch bleibt fortlaufend die Nähe zu jenen Abgründen spürbar, die alle Zartheit (nicht die Verzärtelung!) erst ermöglichen. Eine allein persönlich erfahrbare Endzeitstimmung schwingt mit, wenn Makellosigkeit die Schwermut erwärmt. Dass das Ganze zu allem Überfluss auch noch unaufdringlich daherkommt, erhebt Renewed Brilliance in den Status eines Lächelns, das jeden Sonnenuntergang versüßt. Karius und Baktus freigestellt, schürt der Bohrer nur die ganz kleinen Tode.

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