The Island Band – Like Swimming

Wunderlicher Strandurlaub

Lars Myrvoll schöpft mit seinem insgesamt 18-köpfigen „Orchester“ The Island Band aus den Vollen, lässt sich dies auf Like Swimming (Hubro) jedoch nur in wenigen Momenten anmerken. Mit jedem Track wird die Besetzung neu selektiert, die vage Ausrichtung des Albums justiert, die Berechenbarkeit boykottiert. Mal überbetont handzahm, mal zart schmelzend angeraut überwiegt ein maritim getünchtes Verzagen, das seine immanente Verzückung offenbar nur widerwillig von der Leine lässt.

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The Island Band: "Like Swimming" (Hubro)

The Island Band: „Like Swimming“ (Hubro)

Zugegeben, die Kombinationen erstaunen. Auto-Tuned Schmalzpop an Solo-Saxophon und Theorbe (Swimming) dürfte es bisher und so noch nicht gegeben haben. Dennoch – und zum Glück – bleiben derlei formal allzu direkte Nähen zu generischem Charts-Futter Ausnahmen. Ausnahmen von einer Regel, die sich alle Mühe gibt, unerkannt zu bleiben. Entsprechend erfordert Like Swimming eine erstaunlich hohe Bereitschaft zur Empathie.

In etwa wie daguerreotypisch verfremdete Erinnerungen an einen – nicht nur gelungenen – Strandurlaub muten die (technisch auf höchste Transparenz getrimmten) Schnittmengen aus gefälligen Ambient-Passagen, gediegenen Jazzpop-Strukturen und merkwürdigen Ausreißern an. Man sollte nicht der Versuchung erliegen, dieses riskante Unterfangen von Album als akustische Hintergrund-Muzak zu nutzen. Play it loud – und entdecke die Wunder.

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