Wagners „Fliegender Holländer“ kreuzt Ostern in Kiel auf

Am Ostersonntag, 31. März, werden um 18 Uhr in der Oper die Segel für das Seefahrer-Epos von Richard Wagner gesetzt. Im „Fliegenden Holländer“ darf der holländische Kapitän nur alle sieben Jahre an Land gehen um einen Ausweg aus seiner Verdammung zur ruhelosen Fahrt über das Meer zu finden: den Tod. In Kiel bekommt der gotteslästernde Kapitän sogar erst nach zehn Jahren wieder eine neue Chance – vor der Premiere im Januar fuhr Wagners Oper so lang an der „Sailing City“ vorbei.

Bringt Ostern der 2 ½-stündigen Aufführung einen besonders intensiven „Sturm“?

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Heinrich Heine fasst das Drama in wenigen Worten zusammen: »Der Teufel, dumm wie er ist, glaubt nicht an Weibertreue und erlaubte daher dem verwünschten Kapitän, alle sieben Jahre einmal ans Land zu steigen und zu heiraten, und bei dieser Gelegenheit seine Erlösung zu betreiben. Armer Holländer!«

Räderwerk vor tosendem Meer: der "Fliegende Holländer" an der Kieler Oper. Foto: Theater Kiel

Räderwerk vor tosendem Meer: der „Fliegende Holländer“ an der Kieler Oper. Foto: Theater Kiel

Greift auch die Kieler Aufführung, die Heine in ihrer Beschreibung zitiert, diesen augenzwinkernden Ton in ihrer Inszenierung auf? Denn Wagner ist weit entfernt von der ironischen Sicht Heines – auch wenn er die Sage durch dessen „Memoiren des Herrn von Schnabelewopski“ kennenlernte. Für Wagner war der von Heine erstmalig verwendete Schluss, in dem der Seefahrer durch die Liebe erlöst werden kann, ein „echt dramatischer Einfall“, der sein Interesse weckte.

Er begann seine intensive Arbeit mit der Sage 1838 in Riga. Zwei Jahre später musste er aus der lettischen Hauptstadt vor seinen Gläubigern fliehen – mit dem Segelschiff. Während der mehrwöchigen Fahrt nach England gerieten sie im Übergang zwischen Ost- und Nordsee in einen schweren Sturm. Die dramatischen Erlebnisses bezeichnet Wagner als „Urinspiration“ für diese Oper.

Wie beschreibt er das aufgewühlte Meer mit Tönen? Welcher Wind wird wehen?

Bin sehr gespannt und werde von der „Seefahrt“ berichten!

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Über Matthias Berg

"Startphase" mit Praktikum bei der taz und Studium in Hamburg & Bonn (Geographie & Journalistik). Arbeitet freiberuflich in Kiel und kreuzt dabei leidenschaftlich gerne mit Cello oder Segelschiff über Musik- & Meereswellen.