In einer Woche, am 15. Januar, gibt es neue Hoffnung für die Zartbesaiteten dieses Erdenrunds. Denn dann veröffentlichen die Swaying Wires aus Finnland ihren zweiten Langspieler I Left A House Burning (Battle Worldwide Recordings/Soulfood). Nachdem ihr Debüt Some Blue Sky samt den darauf enthaltenen Aushängeschildern Fear Of Flying und Blinding Nights schon so manch Seele zu trösten und manch Gemüt zu beschwichtigen verstand, lässt auch der Nachfolger, entgegen des im Titel angedeuteten Versäumnisses, in dieser Hinsicht nichts anbrennen.

Swaying Wires: "I Left A House Burning" (Battle Worldwide Recordings/Soulfood)
Swaying Wires: „I Left A House Burning“ (Battle Worldwide Recordings/Soulfood)

Doch dabei wird die Band aus Turku um Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin Tina Karkinen zumindest zwischen den Zeilen und Strophen diesmal sogar recht energisch (Nowhere). Und sie lässt sich im Vergleich zu Some Blue Sky mehr Zeit zur Entfaltung der nicht immer auf unbedingte Eingängigkeit getrimmten Stücke. Ab und an entfaltet I Left A House Burning feine Halbtonschritte der Stagnation (Tuesday’s Bells, Hope) Unaufgeregtheit wird zu Schlüssel und Schloss zugleich, will der Geist des Albums angemessen erschlossen sein.

Labelmate und Band-Intimus Michael Gale (Co-Pilgrim) hinterlässt seine Spuren auf dem Opener Suddenly, wenn auch nur als Co-Urheber. Diese freundschaftliche Kooperation verrät indes viel von dem gemeinsamen Ansatz, Folk- und Dreampop (mal wieder) zu verschmelzen. Doch wo Co-Pilgrim gerne auch mal etwas dicker auftragen, bescheiden sich Swaying Wires auf einfache Mittel und einen Bodensatz, der keine Auflösungserscheinungen aufweist, wenn es darum geht, den musikalischen Gegenstand möglichst trocken und klar zu belassen. Weder trübt eine gekünstelte Zuckrigkeit das Bild, noch lassen sich die Finnen auf Ausbrüche ein, denen es vielleicht an Aufrichtigkeit fehlen könnte. Dennoch sollten auch Shoegazer (Fear) oder Ethereral Waver mal aufmerksam zuhören, zumindest so sie der eher zartbesaiteten Fraktion angehören. Alles zu seiner Zeit.

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