Via Domino Records/GoodToGo erscheint am Freitag mit Everything Sacred das Dokument einer außeralltäglichen Kooperation: Folk-Songwriter James Yorkston, Sarangi-Spiel und Sufi-Rock Jungmeister Suhail Yusuf Khan und der vor allem durch seine Partizipation bei Lamb geläufig gewordene Kontrabassist Jon Thorne verführen den Hörer (Marke „open minded“) in achtfacher Ausführung zu einem frenetisch verstörenden Taumel zwischen musikalischen Welten.

Yorkston/Thorne/Khan: "Everything Sacred" (Domino Records/GoodToGo)
Yorkston/Thorne/Khan: „Everything Sacred“ (Domino Records/GoodToGo)

Ein Wagnis? Sicher. Ein Duell gar? Zwischen dem begnadeten Schotten James Yorkston (man gedenke seiner Alben I Was A Cat From A Book und The Cellardyke Recording And Wassailing Society) und dem Enkel des Sarangi-Meastros Ustad Sabri Khan? Folkige Zurückgenommenheit trifft auf indisch Expressives. Wie soll, wie kann das gehen? Jon „DJ Random“ Thorne wird als ausgleichendes Element die Antwort ebenso parat gehabt haben, wie die scheinbaren Kontrahenten.

Der knapp vierzehnminütige Einstieg Knochentanz nimmt unmittelbar gefangen, Harmonien und Rhythmen ergänzen sich zu einer geradezu stilbildenden Lektion zwischen Erdung und Himmelfahrt. Der Sufi-Folk, er groovt! Das anschließende Little Black Buzzer, im Original ein Song des britischen Exzentrikers Ivor Cutler, trumpft neben seiner originellen Strichführung (Sarangi und Bass, was sonst?!) mit dem stimmlichen Einsatz von Lisa O’Neill auf. Doch dann wird die Angelegenheit teils weniger zugänglich, teils weniger verbindlich – aber atmosphärisch immer jenseits der gewohnten Parameter.

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