Am Freitag wird es Zeit für das dritte Album des belgischen Zampanos für die unaufdringlich bescheidenen Glücksmomente des Lebens. Denn dann eröffnet Gaëtan Vandewoude – nach dem selbstbetitelten Debüt (2009) sowie dem Zweitwerk Stoalin (2012) – das Parkett für Billy (Zealrecords/Cargo). Und um wen auch immer es sich bei diesem „Billy“ handelt: Als Isbells erfüllen Gaëtan Vandewoude und seine freundlichen Mitstreiter aus Leuven – wie gewohnt – sämtliche Wünsche, die man an ein verwunschen schönes Album bar jeglicher Klassifikation überhaupt nur hegen kann.

Isbell: "Billy" (Zealrecords/Cargo)
Isbell: „Billy“ (Zealrecords/Cargo)

Es gilt die höchste Alarmstufe. Wer sich partout nicht auf behutsamste Weise verzaubern und von der schnöden Alltagswelt temporär erretten lassen will, der gehe nun aber mal ganz fix in Deckung. Denn Billy erweicht mit seiner randständigen Tiefenentspannung, seinem Lob der weisen Melancholie und seiner Akkuratesse im Hinblick auf die Wahl seiner Mittel und Wege mit wenigen Takten jeglichen Widerstand aus Hartherzigkeit oder Stressklabaster.

Vielleicht ergibt es sogar Sinn, dass Gaëtan Vandewoude zuletzt u. a. eine Trivago-TV-Kampagne musikalisch zu stützen hatte. Denn auf Reisen geht der Geist mit Billy von ganz allein, auch ohne die passendste Bleibe zum günstigsten Tarif. Mit Langmut, Country-Twang, Pianohall und Bläsereinsatz – ab und an auch mal nur ganz knapp oberhalb der Wahrnehmungsgrenze – werden sämtliche mentalen Schwellenländer umgehend dem Hoheitsgebiet des Billy zugeschlagen. Sanft, aber bestimmt.

Isbells (Isabel Nabuurs)
Isbells (Isabel Nabuurs)

Sei es wie vom Rande eines inneren Paralleluniversums aus (Calling), sei es in getragener Feierlichkeit (I Don’t Need Any Colour, ein prima Pendant zu Leider bin ich tot von The Schwarzenbach) oder mit der Inbrunst von Resignation vorgetragen (When We Were Young) – die Rührung verdrängt jedes Ungemach im Magentrakt. Spätestens bei The Art Of Knowing ist dann auch ein Aufschluchzen erlaubt. Das ein oder andere. Von Zartheit gepackt, in Hauch gehüllt und endlich angekommen. Dorthin, wo auch immer es einen je hätte verschlagen sollen, jenes zufällige Schicksal, dem Isbells ihre einladend gewundene Stirn bieten. Für heute Feierabend!

Isbells live in D

23.02. Aachen (Musikbunker)
24.02. Mainz (Kulturclub Schonschön)
25.02. Oberhausen (Druckluft)

isbells.be
facebook.com/isbells

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