Postrock als Wellness-Neo-Classic-Crossover?! Inward Oceans aus Vancouver sagen mit Besimmtheit: Ja! Denn ihr Album Paths From Home (Deep Elm Records) dürfte ohne den geringsten Widerstand Eingang finden. Eingang in die Herzen und Hirnhälften von genusssüchtigen Inspekteuren, denen atmosphärisch verfeinerte Melodiebögen über jeglichen Gesangseinsatz gehen. Zwischen Ludovico Einaudi und Carlos Cipa, neben Hammock und Jakob, passen Inward Oceans wie Kamille auf die Augen.

Inward Oceans: "Paths From Home" (Deep Elm Records)
Inward Oceans: „Paths From Home“ (Deep Elm Records)

Justin Carter (Bass, Gitarre), Bobby Kuhl (Piano, Percussion), Mike Workman (Gitarre) haben für ihr Album einen vergleichsweise hohen Aufwand betrieben. So fanden die Aufnahmen an fünf verschiedenen Orten und unter jeweils völlig unterschiedlichen Bedingungen statt. Mal ging es mit dem Mic in die freie Natur, mal machte man Station in einem betagten Herrenhaus und dann wieder im eigenen Studio.

Auch kamen zahlreiche Klaviere zum Einsatz, darunter auch einige betagte Exemplare, an denen sich auch schon Größen wie Murray Porter versuchten. Dabei ging es der Band nicht zuletzt darum, Art und Grad der verwendeten Piano-Effekten mit jedem Take immer wieder anders zu bestimmen und zu bemessen: vom „natürlichen“ Klang bis hin zur präparierten Verzerrung.

Und das Schönste: Dieser Aufwand ist Paths From Home kaum anzuhören. Zumindest nicht zwingendermaßen. Phasenweise (Sisters) etwas zu gefällig, zieht das Album seine Kreise. Und ist man mit ihm erst einmal nach irgendwo entschwunden, braucht auch die weitgehende Arbeitslosigkeit der Gitarren nicht weiter zu irritieren. Sicher setzen Justin Carter und Mike Workman Akzente, doch zu mehr tragen sie kaum bei. Ganz im Sinne der Unternehmung erweist sich das Piano als absolut unangefochten dominant. Und schon wird jeder einzelne Anschlag mit einer Wertigkeit versehen, die sich der Nachvollziehbarkeit auch nicht entzieht. Die Dynamiken an sich lassen indes keine Ausreißer zu.

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