Gintas K – Message In A Bottle

Im Geflecht der Krampfadern, minimal

„Eine Fli-, eine Fla-, eine Flifla-Flaschenpost/hat ein jeder so gerne, weil sie kein Porto kost//Gestern warn die Flaschen leer/und sie schwammen übers Meer/doch die Zeit ist vorbei/ jetzt sind alle Flaschen voll“ – ganz im Peter Petrelschen Sinne serviert der litauische Tonkünstler Gintas Kraptavičius, einst Vorstand von Modus, seine Bloemlezing aus über zehn Jahren physisch zu erlebender Elektroakustik. Wohl bekomme sie!

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Gintas K: "Message In A Bottle" (Lietuvos Muzikos Informacijos Centras)

Gintas K: „Message In A Bottle“ (Lietuvos Muzikos Informacijos Centras)

Es ist, summa summarum, jene Form von Musik (Die Form würde beipflichten), vor der das Unterbewusstsein stets gewarnt hat. Hinterlistig, unberechenbar, garstig, (überwiegend) minimal und klug. So begehrenswert Veröffentlichungen wie Lovely Banalities (auf Crónica) auch sind, für den Einstieg eignet sich Message In A Bottle allemal, ist es Gintas Kraptavičius hier doch tatsächlich gelungen, seinen variablen Ansätzen eine Grundhaltung zu verpassen, die sich auch ohne Vorkenntnis erschließt. 

Völle nicht als Antagonist der Leere, so doch als Fülle im Sinne einer Formvollendung. Die Verselbstständigung minimal-ambienter Wesenheit unter dem Deckmantel technoider Sinnsuche. Das Abrasive in isolationistischer Camouflage. So es noch der Einordnung in den Annalen der wahrhaft progressiven Klangerzeugung bedarf, so bietet Message In A Bottle Anhaltspunkte. Jedoch keinen Almanach. Selbst das – anhand des zuvor unveröffentlichten und abschließenden Titeltracks – Angebot, mit Gintas K „warm“ zu werden, wirft nur weitere Fragen auf, die allein Medusenhäupter zum Bersten bringen. Keine Quintessenz, nur die übliche Empfehlung.

mic.lt/lt/baze/elektronine/irasai/1357/
gintask.bandcamp.com

dense.de

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