Der Top-Kreative aus dem Hause …And You Will Know Us By The Trail Of Dead gönnt sich mit Original Machines (Superball Music/ Sony Music, ab Freitag) den ultimativen Freilauf. Und nutzt ihn für ein erstaunlich verhalten verwobenes Muster aus 24 Songs, von denen trotz einer durchschnittlichen Laufzeit von knapp zweieinhalb Minuten kein einziger Fragment bleibt. Der weltmännisch geschulte Witz des Wahl-Phnom Penhers und begnadeten Grafikers manifestiert sich unaufdringlich und schleichend, bis am Ende seiner Reise ein Album voller kleiner Wunder bleibt.

Conrad Keely: "Original Machines" (Superball Music/Sony Music)
Conrad Keely: „Original Machines“ (Superball Music/Sony Music)

Anstelle einer branchenüblichen Beweihräucherung enthält die offizielle Pressemitteilung zu Original Machines ein ausführliches Interview mit Conrad Keely. Geführt von ihm selbst. Das spricht für ihn, entledigt er sich damit doch kurzerhand der vermeintlichen Notwendigkeit, die Entstehung sowie den Sinn und Zweck seines Soloalbums immer wieder neu oder anders erzählen zu müssen. Vermutlich hegt der gebürtige Engländer mit irisch-thailändischen Wurzeln ein ausgesprochen idiosynkratisch aufgeladenes Verhältnis zu jeglicher Anwandlung von Wiederholung und Langweile.

Wollte man die Essenz seiner Ausführungen zu Original Machines auf einen Kernbegriff verdichten, so müsste dieser „Freiheit“ lauten. Die Freiheit eines Künstlers, unabhängig von den Belangen des Marktes und von technisch gegebenen Bedingungen sozusagen nach Herzenslust dem inneren Antrieb Folge leisten zu können: Conrad Keely hat sich dieses Leben im Idealzustand zwar hart erarbeitet, doch ist er souverän genug, sich nunmehr nicht selbst gönnerhaft auf die Schultern klopfen zu wollen.

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