Hé, wat vreemd! Da bekommen die Groove-Kaiser das Areal des alten Kulturzentrums Doornroosje ihrer Heimatstadt Nijmegen zur Verfügung gestellt, um sich dort nach Lust und Laune auszutoben – und De Staat beginnen, sich zu mäßigen. Doch Bangemachen gilt nicht: Hinter den – auf jeweils eine vordergründig überschaubare Idee – reduzierten Tracks von O (Caroline/Universal) steckt noch genügend Spaß und Bumms für zehn. Oder auch: Für auf die Zwölf, wie allein die Anzahl der Titel nahelegt.

De Staat: "O" (Caroline/Universal)
De Staat: „O“ (Caroline/Universal)

O könnte für nichts stehen. Oder für nichts weniger als einen schier ewig währenden Kreislauf, dem Torre Florim und Co. mit ihrem patentierten Stoner-Groove auch auf dem dritten Album etliche Umdrehungen extra angedeihen lassen. Nur eben nicht mehr ganz so wild entschlossen und entfesselt wie zuvor, und dort vor allem auf dem Debüt Machinery. Und wenn schon, so möchte man skandieren. Haut doch allein schon der Opener Peptalk ein derart saftiges Hüftschwungfutter raus, dass der sich im Folgenden gelegentlich andeutende Calvinismus (harte Arbeit, keine Freude) locker daran gesundstoßen kann.

Für O spricht des weiteren die Überzeugungskraft der neuen Übersichtlichkeit. Mit Murder Death schleppt es sich noch am Tag der Hüft-OP und mit geschwellter Brust zurück an die Wirkungsstätte unter dem Mirrorball. Und auch der Systematic Lover weiß ziemlich genau, wo er anzusetzen hat – das hat er seinem großen Vorbild, dem Automatic Lover (Dee D. Jackson), genau abgeschaut. So wie Baby dem Bowie. „If you want to join the club/you gotta help yourself“ (Help Yourself). Na also, geht doch!

De Staat live:
08.03. Köln (Studio 672)
09.03. CH-Zürich (Dynamo Werk 21)
10.03. Stuttgart (Goldmarks)
11.03. Berlin (Musik & Frieden)
12.03. Hamburg (Molotow)

Peptalk:
youtube.com/watch?v=o_Rpr-uMg14

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destaat.net

 

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