Geld, Selbsttötung und Lieder: Wie geht das zusammen? Dass sie den aufrechten Gang gelernt und verinnerlicht haben, stellen Jamie Lee, Charlie Cocksedge und Billy Byron aus Manchester mit ihrem zweiten Album Suicide Songs (Bella Union/[PIAS]Coop/Rough Trade, ab morgen) erstaunlich nachdrücklich unter Beweis. Eigenmächtig als „Dystopian Choral“ oder gar „HIGH-ART-BRUT“ kategorisiert, bleibt die Eingangsfrage zwar nicht unbeantwortet, zugleich aber ungeklärt und offen.

Money: "Suicide Songs" (Bella Union/[PIAS]Coop/Rough Trade)
Money: „Suicide Songs“ (Bella Union/[PIAS]Coop/Rough Trade)

Rezeption als Selbstversuch. Das Album laufen lassen und möglichst aufmerksam zuhören, während ein simultaner Zugriff auf einschlägige Websites erfolgt, die Selbsttötungen aus aller Damen und Herren Länder präsentieren. Tatsächlich erwirkt diese sinnliche Kombination, vor allem im Zusammenhang mit den nahezu astrein um die Ecke gedachten Lyrics, Erkenntnisse fernab der Synästhesie.

Die hemmungslos aufgeladenen Inszenierungen der Suicide Songs widerstreben dem Verdacht, Leben und Tod mühelos der Banalität überantworten zu können. Es steckt viel Zärtlichkeit, ja Lebensbejahung in schier jedem Klang, mit dem sich die Band einen sehr speziellen Ausdruck verschafft. Details, wie etwa der Einsatz einer Dilruba, erwecken nie den Eindruck von angewandtem Selbstzweck. Sondern – versuchsweise eher – den des Ausdrucks einer Ahnung vom Zusammenhang zwischen den Entitäten „Suicide“, „Money“ und „Shot(s)“. Am Ende bleibt Begeisterung. Nicht für den Tod. An sich.

Pro domo: Ich kann mich an kaum an ein Datum erinnern, das dem 29. Januar 2016 hinsichtlich der Vielzahl an fantastischen Alben, die diesertags erscheinen, das Wasser würde reichen können. Wird dieses Jahr am Ende noch zum 1995 von heute?

29.02. Hamburg (Molotow Sky Bar)
05.03. Berlin (Berghain Kantine)
06.03. A-Wien (B72)
08.03. CH-Zürich (Hafenkneipe)

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