Von „Gumption” kommen „Guts” – die beweist Taryn Miller mit ihrem ersten Langspieler (Domino Records/GoodToGo, ab morgen). Und wird so zur Freundin, die dazu imstande ist, auch zwischen deinen Zeilen zu lesen. Wieder einmal brilliert ein Album mit seiner Dramaturgie. Was vordergründig beschwingt und quasi sorglos beginnt, verdichtet sich nach und nach zu einer tiefgründigen Meditation über Sein, Schein und eher vorsätzliche denn arglistige Täuschung.

Your Friend: "Gumption" (Domino Records/GoodToGo)
Your Friend: „Gumption“ (Domino Records/GoodToGo)

Der Opener Heathering öffnet das Herz, doch schon das sich anschließende Come Back From It gießt, ganz sacht, aber nur beinahe unbemerkt, Uhu in die Aorta. Die Interlude To Live With ist als Warnung zu verstehen, bevor mit Desired Things die Stimmung endgültig kippt. „Drones, Loops and Found Sounds“ weisen fortan den Weg in eine auf Zweischneidigkeit angelegte Auseinandersetzung mit Schliff und Schärfe.

Hinzu kommt, dass Taryn Miller – unter Mithilfe von Nicolas Vernhes (The War On Drugs, Deerhunter) – zu ihrer Stimme gefunden hat. Zu einer Stimme, die sich von all den anderen Ereignissen des Albums nie unterbuttern lässt. Eines Albums, zu dem man laut mitsingen müsste, um der berechtigten Begeisterung einen angemessenen Ausdruck zu verleihen. PS: Mayor Games.

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