Ánde Somby – Yoiking With The Winged Ones

Der Gesang der Samen

Ánde Somby aus Buolbmát, Nord-Norwegen, gehört neben Mari Boine, Wimme Saari und dem 2001 verstorbenen Nils-Aslak Valkeapää zu den bekanntesten und kundigsten Aufrechterhaltern einer der ältesten Gesangsformen Europas, dem Yoik/Joik (den Luoth oder Leu’dd) der Samen. Der Yoik ist mit dem alpinen Jodlern ebenso vergleichbar wie mit den lautmalerischen Traditionen nordamerikanischer Ureinwohner oder sibirischer Schamanen. Auf dem von der Location Recording-Koryphäe Chris Watson aufgenommenen und editierten Album Yoiking With The Winged Ones (Ash International) werden tief empfundene Naturverbundenheit und nordische Spiritualität auf eigentümlich expressive Weise spürbar.

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Ánde Somby: "Yoiking With The Winged Ones" (Ash International)

Ánde Somby: „Yoiking With The Winged Ones“ (Ash International)

Der eintönig-gutturale und endlos verstandene Ausdruck des Yoik, der eine teils freie, teils formalisierte Anrufung von Naturmystik und Umwelt bisweilen mit narrativen Elementen verbindet, wurde im Zuge der Christianisierung verteufelt. Bis in die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts blieb das Yoiken, etwa an norwegischen Schulen, offiziell verboten. Inzwischen wird jedoch in der Finnmark wieder ein alljährlicher Sängerwettstreit veranstaltet.

Ánde Somby präsentiert auf seinem Album zunächst drei eigene Yoiks, Gufihttar (Underworld Fairy), Gadni (Spirit Of The Mountain), Neahkkameahttun (From The Other Side). Diese verdanken sich ausschlaggebender Inspirationen: Dem (unter-) irdischen Ursprung des Yoik als Geschenk der Feen und Elfen an die Menschen, dem Kampf der (Christen-)Menschen gegen die „hidden people“ und ein damit verbundenes Erkunden nach deren heutigen Befinden – sowie ein Aufgriff des Mythos von Narziss und Echo. Die ewige Stimme der von Narziss verschmähten Echo hallt im Yoik (und in den Bergen Nord-Lapplands) sozusagen wider.

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