Aus Reims stammt sie, in Paris hat sie Jazz-Gesang studiert und längst gilt sie als die große Hoffnung der französischen Szene für gehobene Pop-Ansprüche: Jeanne Added. Auf ihrem ansprechend betitelten Debütalbum Be Sensational (Naive/Indigo, ab Freitag) stellt sie mit ordentlich bis fulminant zündenden Songs, gewieften Arrangements und ihrer sich unweigerlich ins Gewissen einbrennen Stimme klar, dass sie sämtliche Vorschusslorbeeren souverän rechtfertigt.

Jeanne Added: "Be Sensational" (Naive/Indigo)
Jeanne Added: „Be Sensational“ (Naive/Indigo)

Electro-Pop, na und?! Nahezu kontinuierlich reichern die von Jeanne Added persönlich verantworteten Bassläufe das ansonsten nahezu rein elektronische Soundbild an. Mit quicklebendigem Schmackes. Doch auch ihre bereits seit Jahren bevorzugten Mitstreiter Marielle Chatain und Dan Levy (The Do) verstehen sich darauf, Druck und Drive aus den Maschinen zu locken.

Allerdings achten alle an Be Sensational Beteiligten darauf, nicht zu dick aufzutragen. Das mag ab und an zu leichten Seichtheiten gereichen, unterstreicht aber auch den Anspruch, das Songmaterial an sich nicht überfrachten zu wollen.

Der bereits von der EP zum Einstand bekannte Opener A War Is Coming kennt indes keinerlei Hemmungen, sein dunkel funkelndes Potenzial voll auszuschöpfen. Ein epochal anmutendes Raunen hallt von imaginären Wällen wider, wenn Jeanne Addeds Prophezeiung ihre bedrohlichen Kreise zieht. Würde das Album in dieser Manier fortgesetzt, dürfte sich Chelsea Wolfe Sorgen um ihre Vormachtstellung machen. Doch Jeanne Added reißt das Ruder entschieden herum und kredenzt, sei es zur Entspannung, sei es zur Abwechslung, mit It eine zappelige Tanznummer mit wohl dosiertem Retro-Touch.

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