uKanDanZ – Awo

Ethiopian Crunch Extravaganza

Nun hat es mit dem Nachfolger zu Yetchalal doch länger gedauert, als anlässlich der Veröffentlichung der fantastischen Vorab-Single Lantchi Biyé/Endè Iyèrusalém vor rund einem Jahr gedacht. Macht aber nichts, denn Awo (Atypeek Music/Dur et Doux/Buda Musique, ab Freitag) ist noch abgefahrener, tanzbarer, härter, frenetischer und ausgetüftelter geworden, als dies vielleicht und überhaupt zu erwarten war.

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uKanDanZ: "Awo" (Atypeek Music/Dur et Doux/Buda Musique)

uKanDanZ: „Awo“ (Atypeek Music/Dur et Doux/Buda Musique)

Asnaké Guèbrèyès, der Azmari-Interpret aus Addis Abeba, weiß was es heißt, zwischen Raserei und Formwahrung zu vermitteln. Schließlich überschlägt sich seine gebrochen hohe Stimme immer genau dann nicht, wenn sein musikalisches Umfeld dies nahelegt. Mag der Wahnsinn auch Methode haben, über ordnende Elemente verfügt er gleichermaßen. Und genau dieses Spannungsverhältnis gestaltet nicht allein seinen Vortrag so ungemein reizvoll und verführerisch.

Es ist eine Verführung zum Tanz neben sämtlichen konventionell gespannten Seilen, zu Affektentspannung mit Schweissabtrieb – nebst Rotzkanne (Tenor), Pumpbass, Wühlschlaggerät und mitunter gar metallisch bratzender Gitarre. Was dem einen sein Noise, ist dem anderen nur eine Verschnaufpause zur nächsten Tanz-Parabel, die selbst das Amharische mittelbar in Zungen schwadronieren lässt.

Sinnliches Treiben, vehemente Bewegungswut, ergriffenes Zuhören: Awo löst aus, während sich auf dem Papier vergleichbare Angebote (Weltmusik) dem Vergleich entziehen. Der zentraleuropäische Anteil dominiert die Form, Asnaké Guèbrèyès die Seele. Die Fusion bleibt brennend wie das Verlangen, uKanDanZ alsbald live erleben zu können.

Tchuhetén Betsèmu:
youtube.com/watch?v=BjUDozEinPg

ukandanz.com
facebook.com/ukandanzband

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