XXV Wave Gotik Treffen - Vorbericht Zwei

Sigue Sigue Sputnik

Da behaupte noch einer, auf dem WGT ginge es nicht bunt zu. Ausgesprochen kunterbunt sogar. So zum Beispiel wenn sich nach 2000, 2008 und 2012 die Cyberpunk-Prototypen Sigue Sigue Sputnik erneut die Ehre geben. Hinsichtlich des 25. Jubiläums der weltweit wichtigsten Veranstaltung der (schwarzen) Szene eine weise Entscheidung. Schließlich gilt es zu Leipzig auch darum, Bands zu würdigen, die in der pop-musikalischen Historie markante oder prägende Spuren hinterlassen haben. Sigue Sigue Sputnik gehören sicherlich dazu.

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(www.wave-gotik-treffen.de)

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Als Sigue Sigue Sputnik im Jahre 2000 das WGT in der Agra-Halle eröffneten, stießen sie auf ein überaus erregtes Publikum. Dabei lag die sich im Wesentlichen auf das Debütalbum Flaunt It einzuschränkende Hochzeit der Band bereits vierzehn Jahre zurück. Doch in der Agra war dem komplett aufgeheizten Publikum nach Kult zumute. Als Tony James, Martin Deville und Co. im vollen Ornat die Bühne betraten und der berühmte Sequencer-Lauf von Love Missile F1-11 erschallte, gab es kein Halten mehr. Und ein Raunen machte die Runde im Pogo-Pulk: „Dass wir das noch erleben dürfen…“

Das provokante Bekenntnis zu Kommerz und Skandal ließ 1986 vor allem die britische Öffentlichkeit einen Hype zu, nur um sich von diesem gleich wieder vehement zu distanzieren. Vor allem wurde der Vorwurf laut, Sigue Sigue Sputnik würden sich nur um ihre Außendarstellung kümmern, die Musik sei nur Mittel zum Zweck. Angesichts des Pop-Kontext eine recht verlogene bis hirnrissige Argumentation.

Sigue Sigue Sputinik gossen ordentlich Öl ins Feuer der Anfeindungen. Eine flächendeckende Plakatierung zu London zeigte einen gekreuzigten Martin Deville, das Kalkül ging auf. Und doch sollten sich vor allem die berufenen Musikkritiker täuschen. Denn Flaunt It erwies sich samt seiner integrierten Werbeblöcke zwischen den Tracks als ein zeitgemäßer bis innovativer Mix aus Electro, Wave und Kabarett. In Deutschland war es an Spex, eine Lanze zu brechen. Die Kölner Redakteure rochen den Braten, standen damit zwar alleine, stellten aber ihre Urteilskraft mal wieder unter Beweis.

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