Von den trefflich derben, überaus beliebten und gerne auch mal politisch korrekt missverstanden Spielleut namens Feuerschwanz stammen Ben Metzner (alias Prinz R. Hodenherz) und Felix Fischer (aka Felix Taugenichts). Samt ihrem langjährigen Freund Tim Bernard haben sie etwas ersonnen, das den hehren Geist der Musketiere in die heutige Zeit transponiert. Mag man sich auch vielleicht einem gewissen Verdacht des merkantilen Kalküls – en garde – nicht erwehren, so zerstäubt Felix Fischer im Interview jegliche Zweifel an der Aufrichtigkeit, mit der die Erfinder des Musketier-Rock samt CD (Seit an Seit, Sony Music, ab Freitag) und Tour im Mai ins Feld ziehen.

dArtagnan: "Seit an Seit" (Sony Music)
dArtagnan: „Seit an Seit“ (Sony Music)

amusio: „Hi Felix, oder: Wie spricht man einen Musketier heutzutage an?“

Felix Fischer: „Bitte ganz normal. Es ist ja nur ein Thema, dass wir uns ausgesucht haben. Ein Thema, bei dem uns, nebst der Freude an der Musik, die Vermittlung gewisser Werte wichtiger ist als die historische oder literarische Authentizität.“

amusio: „So weit greift die Identifikation mit Aramis, Porthos und Athos also nicht?“

Felix Fischer: „Gewiss nicht. Wir haben uns eine Verteilung überlegt: Wir sind zu dritt, die waren es auch. Zu wem könnte welcher Charakter passen? Doch wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir lieber die bleiben, die wir sind. Es ist eher die Vorbildfunktion der drei Musketiere, die uns bewegt und inspiriert. Und dies auch im Sinne einer Renaissance des mit diesen Persönlichkeiten einher gehenden Ethos.“

amusio: „Ben und du, eure Tätigkeit bei Feuerschwanz ist geläufig. Magst du etwas zum Background von Tim verraten?“

Felix Fischer: „Tim und Ben sind im gleichen Dorf aufgewachsen. Ich habe ihn über Ben kennengelernt. Wir haben über die Jahre viel Zeit miteinander verbracht. Und irgendwann stand die Idee im Raum, eine gemeinsame Band zu gründen. In der lokalen Metal-Szene ist Tim übrigens sehr aktiv, durchaus bekannt und sehr wohl gelitten.“

amusio: „Und doch drängt sich die Frage auf: Wart ihr, du und Ben, mit Feuerschwanz nicht ausgelastet genug? Tat eine parallel verlaufende Band wirklich Not? Oder bedeutet dArtagnan gar das Ende von Feuerschwanz?“

Felix Fischer: „Feuerschwanz-Fans brauchen dArtagnan nicht als Bedrohung zu empfinden. Keine Sorge, das läuft fortan alles parallel. Insbesondere Ben ist äußerst kreativ. Und von daher kann er wohl nie wirklich ausgelastet sein. Auf ihn sowie unseren Produzenten und Freund Thomas Heimann-Trosien geht die Idee einer Musketier-Rockband auch zurück. Was als Scherz bei einem Bierchen im Studio seinen Anfang nahm, hat nun Fahrt aufgenommen.“

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