Amute - Bending Time In Waves

Hirtenbrief vom Zerfall

Alldieweil dem Vorgänger Savage Bliss endlich das verdiente Medienecho zuteil wurde, setzt Jérome Deuson mit Album Nummer sechs, Bending Time In Waves (Humpty Dumpty Records), dazu an, das gewonnene Terrain zu verteidigen, zu erweitern und auszuschmücken. Dass der Brüsseler Künstler hierzu die von ihm auserkorenen Mittel stilbildend an der Kandare nimmt, kommt jener rigorosen Intensität zugute, mit der sich die allgegenwärtigen Zerfallserscheinungen aufs Rührendste unterlegen lassen.

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aMute - Bending Time In Waves (Humpty Dumpty Records)

aMute – Bending Time In Waves (Humpty Dumpty Records)

Der General-Drone schwebt immer mit, selbst wenn er sich in Absenz hüllt und Jérome Deuson auch mal latent geschrammelte Akkorde zur Geltung kommen lässt (Stay As You Are…). Auch hat die einst dominierende Minimal-Folktronica das Feld noch nicht gänzlich den dystrophisch muskulös aufgetragenen Hallschichten und Schwellklangkörpern überlassen. Doch so sehr Bending Time In Waves auch danach trachtet, die Sinne zu benebeln, bleibt die Stimmung in angemessener Weise verhagelt.

Komplexität erweist sich als Verwischung und Koinzidenz: Als Notat eines Hirtenbriefes aus der Feder klarsichtiger Verzweiflung verunglimpft Bending Time In Waves die schnöde Versenkung. Fennesz, Douglas P. und Carlos Peron könnten die Patenschaft übernehmen, wäre ihnen Jérome Deuson (der da ist aMute) nicht schon längst um einen Soundkosmos voraus: seinen ganz eigenen. Dass er ihn mit uns teilt, können wir nicht nur dankend anerkennen. Wir sollten uns sogar genötigt sehen, Lehren aus Bending Time In Waves zu ziehen. Vollendetes Album eines unvollendeten Almanachs.

You’re Free Now:
youtube.com/watch?v=dNEMpndmwz0

Internal Eternal (aMute & Eric Craven):
youtube.com/watch?v=v07xx2YVzc8

amute.net
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