Pharoah Chromium – Gaza

Operation Protective Edge

Hinter dem nach einem Chrome-Song benannten Pseudonym Pharoah Chromium verbirgt sich der Deutsch-Palestinenser Ghazi Barakat. Einschlägig bekannt wurde er bis dato unter anderem an der Seite von Günter Schickert oder Vincent Epplay. Nun legt er im Selbstverlag mit Gaza eine „sonic deconstruction and reconstruction“ jener Ereignisse vor, die im Sommer 2014 dem Gaza-Streifen (zum wievielten Male eigentlich – noch?!) Chaos und Tod brachten. Und mag es auch dem Künstler ein persönliches Anliegen sein, konkretes Geschehen zu reflektieren. Angesichts einer Welt, die an allen Ecken und Enden in Brand geraten ist, gehört diese Veröffentlichung in die Charts.

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Pharoah Chromium (facebook.com/Pharoah-Chromium-268315233203121)

Pharoah Chromium (facebook.com/Pharoah-Chromium-268315233203121)

Operation „Protective Edge“: Israel, Palestina, Gaza: ein Konflikt ad infintum? Ad nauseam! Wie sämtliche bewaffneten Auseinandersetzungen aus geopolitischen, religiösen oder sonstigen Interessen und Beweggründen. Doch Ekel und Entsetzen werden den 4. Weltkrieg (der erste, der diese Bezeichnung verdient) allein nicht unterbinden. Aber Arbeiten wie Gaza können aufklären, aufrütteln und somit sensibilisieren. Und die Limitation des Vinyls auf 150 Exemplare als symptomatisch verstanden werden.

Pharoah Chromium ist ein ebenso klar wie verschachtelt argumentierender Künstler. An einer puristischen, also primär O-tonal dokumentarischen Aufarbeitung ist ihm ebenso wenig gelegen, wie die völlige Abstraktion eines rein musikalischen Ausdrucks. Also bedient er sich auf Gaza einer Hybrid-Form, die man als anregend, spannend, vielschichtig oder auch brillant inszeniert bezeichnen könnte, wäre der eindeutig zu identifizierende Anlass und Hintergrund nicht so dermaßen erschüttert. Zynismus aus Abstumpfung oder Verblendung kann, so Pharoah Chromiums Diktum, kein Ausweg zur Freizeit sein.

Pharoah Chromium: Gaza (Vinyl, front)

Pharoah Chromium: Gaza (Vinyl, front)

So rückt der Aspekt von Ritual Ambient, Mutant-Psych, Ethno-Doom und freien Strukturen hinter das primäre Anliegen zurück. Muss dahinter zurückstehen. Wollte man Gaza als, von mir aus, gut gemachte Platte beklatschen, sähe man sich gezwungen, die eigene moralische Integrität infrage zu stellen. Oder man fröne weiterhin einer elitären Form der Resignation. Auch gegen sie muss sich ein Album wie Gaza richten.

Pharoah Chromium live at Boiler Room Berlin / CTM Festival:
youtube.com/watch?v=mMjM_FWtPm4

facebook.com/Pharoah-Chromium-268315233203121
pharoahchromium.bandcamp.com

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