Er gilt als der Grandseigneur des deutschen Schlagers, auch wenn seine Musik die Grenzen des Genres längst überwunden hat: Roland Kaiser. Sein soeben erschienenes Album Auf den Kopf gestellt (Ariola/Sony Music) ist nicht nur standesgemäß gechartet. Sondern präsentiert einen Künstler, dessen Unverkennbarkeit erneut zur zeitgemäßen Entsprechung gefunden hat. Ohne sein bisheriges Schaffen – samt dem starken Comeback-Album Seelenbahnen (2014) – schmälern zu wollen: Roland Kaiser war vielleicht noch nie so souverän, so einnehmend, so gut. Wenn dies kein Grund für ein Gespräch ist, aus dem hervorgeht, wie das Meisterwerk gelingen konnte!

Roland Kaiser: "Auf den Kopf gestellt" (Ariola/Sony Music)
Roland Kaiser: „Auf den Kopf gestellt“ (Ariola/Sony Music)

amusio: „Dein Comeback-Album Seelenbahnen wusste zu überraschen und zu überzeugen. Doch Auf den Kopf gestellt wirkt noch runder, ausgewogener und ausgereifter. Ging es dir bei der Produktion darum, ein gewisses Niveau zu halten oder eher um eine weitere Steigerung?“

Roland Kaiser: „Es geht immer darum, ein gutes Album hinzubekommen! Und gemeinsam mit Peter Wagner habe ich mich natürlich auch für Auf den Kopf gestellt auf die Suche danach begeben. Diesmal habe ich mit dem Titel zugleich ein verbindliches Thema vorangestellt und anschließend eine ganze Reihe von Autoren darum gebeten, sich mit den oftmals gravierenden Veränderungen, die das Leben so mit sich bringt, in meinem Sinne auseinanderzusetzen. Ich habe dann im Zeitraum von über einem Jahr die Eingaben gesichtet und ausgesiebt. Am Ende sind von circa einhundert Songs fünfzehn übrig geblieben, die es dann auf das Album geschafft haben. Dabei wollten wir uns nicht unbedingt gegenüber Seelenbahnen steigern. Sondern einfach nur das beste Album machen, das uns zu produzieren möglich war.“

amusio: „Das Album soll ja auch für sich bestehen können…“

Roland Kaiser: „Und dazu ist es wichtig, auch die Hörgewohnheiten seiner Adressaten zu kennen und zu berücksichtigen. Und diese verändern sich ständig. In der Zeit, die seit der Veröffentlichung der Seelenbahnen vergangen ist, hat sich in dieser Hinsicht viel getan. Sicher versuche ich, auch dem Zeitgeschmack Tribut zu zollen. Aber ohne mich selbst aufzugeben oder mich gar an ihn zu verraten.“

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