(stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de)
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amusio: „Leipzig als Synonym für eine vitale Subszene: Wie hat sich dieser Fakt auf die Ausstellungskonzeption ausgewirkt?“

Dr. Johanna Sänger: „Wir haben ihn mittelbar einfließen lassen. In fünf Phasen gegliedert, Fakten und Souvenirs korrespondieren lassen. Wir fangen mit Klischees an. Schlafen die alle im Sarg? Dann: Kommen die hier zu uns nach Hause? Findet eine Kommerzialisierung statt? Ist das WGT zu einem Wohlfühlevent für die ganze Familie geworden? Am Ende der Ausstellung steht ein Fragezeichen.“

amusio: „Also wird auf plakatives Zeigen zugunsten relevanter Entwicklungen verzichtet?“

Dr. Johanna Sänger: „Wir haben uns überlegt, die Wege nachzuzeichnen, über die sich das WGT von Connewitz aus über die ganze Stadt verbreitet hat. Aber das erschien uns nicht so wichtig, die Leipziger kennen ihre Stadt…“

Jennifer Hoffert-Karas: „Spätestens gegen Ende der Neunziger haben die Leipziger festgestellt, dass da mehr ist, als nur eine merkwürdige Randgruppe, die ihre Infrastruktur nutzt.“

Dr. Johanna Sänger: „Wir haben für die Ausstellung viele Interviews geführt. Also nicht nur Artefakte gesammelt. Mit Taxifahrern, der Gastronomie oder mit einer Mutter, deren Tochter Goth ist. Das Perspektivische war uns wichtig.“

amusio: „Wird zu Leipzig Non-Konformismus mit dem Mainstream versöhnt?“

Dr. Johanna Sänger: „Leipzig war als Messestadt schon immer dem Neuen, Anderen, Fremden gegenüber aufgeschlossen. Die Gesellschaft befindet sich im permanenten Wandel, die Leipziger spiegeln das WGT auf sich selbst.“

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