Erschienen, um zu bleiben: Second Love (Bella Union/[PIAS] Cooperative/Rough Trade) von Emmy The Great, einer Künstlerin, über die man nicht viel wissen muss, um ihr zu verfallen. Adressiert sie doch ihren unterschwellig bis in die Haarspitzen dringenden Soul unverschämt direkt ins Liebeszentrum ihrer Hörer (und Hörerinnen, gut so?!). Was rund fünf Jahre währte, hat im Falle von Emma-Lee Moss zu einem derart guten Ende gefunden, dass es fortan nicht mehr enden sollte.

Emmy The Great: "Second Love" (Bella Union/[PIAS] Cooperative/Rough Trade)
Emmy The Great: „Second Love“ (Bella Union/[PIAS] Cooperative/Rough Trade)
Was Emmy The Great einst als Anti-Folk-Propagandistin aus Hong Kong nach London verschlug, hat sich unter kalifornischer Sonne zu einem dezentem Gebrauchspop entwickelt, der sämtlichen pejorativen Assoziationen in die Parade fährt. Unterstützt von einem guten Dutzend verständiger Kollaboratoren (von Tom Fleming/Wild Beasts bis Du Blonde), entfaltet sich eine musikalische Sprache der Liebe (Hyperlink), die nahezu sämtliche Gangarten gewähren lässt. Emma-Lee Moss definiert nichts und gewährt somit Freiheiten, mit denen es sich lustvoll und entspannt zugleich angehen lässt.

Wärme wird veranschlagt und gegeben. Wie Emma The Great diese transportiert, während sie stets knapp an kandierter Mädchenhaftigkeit vorbeigleitet, beeindruckt – und macht sie zugleich zum Fixpunkt von Bedürfnis und Sanftmut. Die Relevanz wird dem Social Halo zwar zugestanden, doch Emma hat den Bogen heraus, wie man gleichzeitig dabei und doch auf sich selbst gestellt bleiben kann. Diesen Bogen, man möchte ihn unbedingt streicheln. Und das Album erweckt nicht den Eindruck, als ob Emma etwas dagegen einzuwenden hätte. „Oh, I respect my enemy“ (Dance With Me).

emmythegreat.com
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