Interview mit Chris Caines (Coasts)

„Wir lieben Joy Division“

Bevor sich Coasts zu einem ihrer vermutlich letzten Kleinclub-Gigs (im Studio 672 zu Köln) begeben – wohl wissend, dass sie angetreten sind, um alsbald mit ihrem anknüpfungsreich bestückten Poprock die Massen zu beglücken – findet Sänger Chris Caines zwischen Soundcheck und Schweinshaxen die Zeit, um den Status quo seines Lebensmittelpunkts zu erörtern. Das anschließende Konzert sollte die Essenz des Gesprächs bestätigen: Eine Band zwischen UK-Roots und Mainstream. Und dennoch befreit.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Chris Caines, Coasts (Stephan Wolf)

Chris Caines, Coasts (Stephan Wolf)

amusio: „Hi Chris, was führt euch denn heute in diese doch recht überschaubar dimensionierte Venue?“

Chris Caines: „Nun, es ist unser erstes Konzert in Köln, da wollten wir das Aufkommen von Interesse vorsichtig einschätzen. In Hamburg und Berlin wähnen wir uns seit unseren letztjährigen Festival-Auftritten schon als leidlich bekannt und wohl gelitten. Doch jede Stadt, in der wir noch nicht waren, erachten wir als Neuland. Und dort halten wir den Ball zunächst lieber mal flach.“

amusio: „In Frankfurt wart ihr auch zum ersten Mal. Und das Nachtleben war nahezu ausverkauft. Und doch erscheint es als Diskrepanz, da man euch Stadiontauglichkeit attestiert…“

Chris Caines: „Sicher haben wir keine Hemmungen, große Säle oder gar Stadien zu bespielen. Wir haben uns zu einer Musik entschlossen, die das Potential hat, die so genannten Massen zu erreichen. Ob wir sie dann auch begeistern, das muss sich jeden Abend aufs Neue erweisen. Und wir sind nach wie vor elektrisiert, wenn wir in kleinen Clubs spielen dürfen. Dort, wo wir das Weiße in den Augen der Zuhörer und Fans sehen und entsprechend interagieren können.“

amusio: „Also ist eure Club-Tour in Deutschland nicht nur ein Training für eure anschließende USA-Tour, die ja recht ausgedehnt ausfallen wird…“

Chris Caines: „Du irrst, wenn du denkst, dass wir in den USA nur in großen Hallen spielen werden. Wir werden auch dort partiell Neuland betreten. Und uns entsprechend zu verhalten wissen.“

amusio: „Als ich euch zum ersten Mal vernahm, hätte ich, abgesehen vom Akzent deiner Stimme, ohnehin auf eine US-amerikanische Band getippt…“

Chris Caines: „Diese Einschätzung hast du nicht exklusiv. Uns ist von der Presse auch ein gewisses Westcoat-Feeling zugeschrieben worden. Dabei wollten wir unsere britischen Wurzeln niemals verhehlen. Andererseits: An die Gefühle, die mit einem Gang an die Küste einhergehen, appellieren wir sehr bewusst und freimütig. Dass damit in den USA andere Konnotationen geknüpft werden als etwa in UK – und wir vielleicht auch aus diesem Grund… Ach, das führt zu weit. Wir wollen doch nur Musik machen, die im positiven Sinne in den Allerwertesten tritt. Und Herzen berührt.“

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