Während die Vorgänger Faint Violet Whiff, Pale Fire und Truth hierzulande nur als Import erhältlich sind, erscheint am Freitag mit Thought & Language der neue und absolut gelungene Longplayer der Gitarren-Wave/Shoegaze-Renaisseure Dead Leaf Echo ganz heimisch und unkompliziert auf Reptile Music/Altone. Wem das nicht schon Grund zur Freude genug ist, darf indes nicht nur zugreifen. Sondern muss auch hingehen, wenn das (ehemalige?) Künstlerkollektiv aus Brooklyn deutsche Bühnen betritt. Wie zum Auftakt am 7. April im Rahmen des Temptation Club zu Köln.

Dead Leaf Echo: "Thought & Language" (Reptile Music/Altone)
Dead Leaf Echo: „Thought & Language“ (Reptile Music/Altone)

Reverb-Reverien und Echo-Exzesse en masse offeriert Thought & Language wie einst nur Litamin mit Nährschutz-Lotion. Oder wie die Aushängeschilder – von My Bloody Valentine bis Slowdive – einer offenbar nur scheinbar vergangenen Epoche, die neben den von Qualitätssiegel 4AD gesignten Acts wie den Cocteau Twins zahlreiche Bands hervorbrachte, die ätherische Schwelgerei wahlweise mit dem Duft diffuser Sehnsucht oder mit an Drone gereichenden Druck versahen.

Im Falle von Dead Leaf Echo ist es freilich unerheblich, ob die Karte des historisierenden Namedroppings gezogen wird, um die Ereignishaftigkeit ihres Sounds zu paraphrasieren. Dark Wave auf Gitarrenbasis, Dreampop, Shoegaze – you name it, you got it. Auf nahezu 70 Minuten breitet sich auf Thought & Language all das aus, was der geneigten Assoziation instinktiv anheim fällt. Dass der notorische John Fryer an den Reglern zugange war, ergibt ebenso perfect sense wie die enge Verbundenheit der Band zu Ulrich Schnauss.

Live wird den Desideraten verhallter Essenz wohl allein schon anhand einer hoch dosierten Lautstärke genüge getan. Das trotz seiner Veranlagung stets schlüssig gehaltene Songmaterial von Dead Leaf Echo wird sein Übriges tun, um selbst wirre Sinne zur Ebenmäßigkeit zu verführen.

(temptationclub.de)
(temptationclub.de)

Zum Auftakt der Tour im Kölner Tsunami Club wird der Headliner – so ist es Sitte bei der zumeist dort ansässigen Konzert- und Partyreihe Temptation Club – von sowohl hochkarätigen als auch geschmackssicher ausgewählten Ergänzungen präludiert. Im Falle von Dead Leaf Echo wird es sich dabei um „die neue deutsche Shoegaze-Hoffnung“ Dress aus Regensburg sowie um das Cold Wave Duo Tempers handeln.

Die weiteren Termine:

08.04. Bielefeld (c.ult)
11.04. Berlin (Schokoladen)
12.04. Berlin (Urban Spree)
13.04. Hamburg (Pooca Bar)
14.04. Leipzig (Noch Besser Leben)
15.04. Dresden (Katy’s Garage)

deadleafechonyc.com
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dresstheband.com
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tempersmusic.com
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