Unru - Als Tier ist der Mensch nichts

Nicht zuletzt, letztlich, letztendlich

„Wenn Gott existiert, ist der Mensch ein Nichts“, hieß es einst bei Sartre. Nun fügen Unru aus Bielefeld/Berlin einen Albumtitel hinzu, der die Beschaffenheit des humanen Terrains aus der Hypothese in eine Feststellung überführt. Bliebe also eventuell noch die Anrufung eines Herbert Groenemeyer (Mensch). Oder das Eingeständnis, dass Unru mit ihrem Debütalbum (Supreme Chaos Records/Cargo) die conditio humana ex negativo treffend beschreiben: Mit den besten Mitteln, die Suppenküchen und Leichenkeller zu bieten haben.

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Unru: "Als Tier ist der Mensch nichts" (Supreme Chaos Records/Cargo)

Unru: „Als Tier ist der Mensch nichts“ (Supreme Chaos Records/Cargo)

Es geht dabei – nicht zuletzt – um eine Kanalisation der autodestruktiven Urgewalt, die sich ständig mit dem verleumderischen Ethos zu duellieren hat. Unru bemächtigen sich des endemischen Erklärungsnotstands und wälzen ihn auf einen musikalischen Ausdruck ab, der das kollektiv Verdrängte mutwillig in den – letztlich – sauer verdienten Abgrund zu reißen vermag. Methodik, Didaktik, Haltung und Entsetzen: Auf dem von Unru beschriebenen Pfad zur Selbsterkenntnis stimmt jedes Detail.

Unter Verzicht auf den poetischen Versuch, der grandios hellsichtigen Ereignisdichte auf Als Tier ist der Mensch nichts Herr zu werden, bleiben Schubladen zum Abnicken. Post Black Metal, Crust, Sludge. Doch würde diese simple Veranschlagung den genuinen Kern verkennen. Schließlich hat der Vierer – nach Split-VÖs mit Sun Worship und Paramnesia – endlich ein ihm würdiges Manifest der angemessen Laune erstellt, ohne dabei tradierter Formgebung ins offene Messer zu laufen. Schon der Aufbau des Openers Zerfall & Manifest zeugt von einer überlegten bis überlegenen Materialbeherrschung. Im vorläufigen Endergebnis steht ein Album, das – letztendlich – nach den höchsten Rangabzeichen strebt. Ganz gleich, in welcher Disziplin diese vergeben werden.

09.04. Mülheim (AZ/destruktiva 8)
15.04. Verden (AZ Bazillus)
19.05. Kassel (Goldgrube)
20.05. Darmstadt (Oettinger Villa)
21.05. Aachen (AZ/Blast Over Aachen)
22.05. Leipzig (UT Connewitz/Wrekmeister Harmonies)
02.09. Paderborn (Multicult)
24.09. Braunschweig (Nexus)
17.12. Berlin (Tommyhaus/Morgenstern Fest II)

unru.bandcamp.com
facebook.com/unruband

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