Town Of Saints - No Place Like This

Kurz gestutzt, überwiegend gelungen

Auf ihrem Debütalbum No Place Like This (Snowstar Records/Caroline International) legt die Band um die ehemaligen niederländisch-finnischen Bonker Harmen Ridderbos und Heta Salkolahti nach einem eher befremdlichen Auftakt ein solides Stück Indiefolkpop zwischen bescheidener Intimität und hochtrabender Stadiontauglichkeit hin. Insbesondere die Ohrwurmdichte weiß dabei verflixt genau zu greifen. Insofern ist diese insgesamt hübsche und in sich zur kontinuierlichen Steigerung befähigte Ansammlung von Songs gar nicht mal so harmlos, wie sie sich auf den ersten Höreindruck vielleicht noch geben will.

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Town Of Saints: "No Place Like This" (Snowstar Records/Caroline International)

Town Of Saints: „No Place Like This“ (Snowstar Records/Caroline International)

Nein, die beiden ersten Tracks, Modern Life und Needle In The Hay, gehen irgendwie gar nicht. Das pseudo-tropicale Gemisch aus Vampire Weekend und Simply Red sorgt – trotz des sich bereits andeutenden Sinns für unklebrig haften bleibende Melodien – für ein beherztes Schielen nach der Auswurftaste. Zwar lässt sich diese eigenartig aufgesetzte (geborgte) Lockerheit im Laufe des Albums nie so ganz abschütteln (so zu Beginn von Do Ya Say, The Police in aller Widerlichkeit), doch lohnt es sich, die Vorzüge von No Place Like This zu betonen.

Und die gilt es dort aufzufinden, wo Town Of Saints nicht länger mit konfektionierter Afro-Exotik liebäugeln, sondern konsequent einschmeichelnde Folkpop-Hymnen kredenzen. Der herausragende Titeltack, das im Abklang an Delay Trees Pattern erinnernde Wurttemberg Calm (toller Titel ohnehin), das The Walkabouts alike Hold On zum guten Schluss sowie – vor allem – das betörend simpel auf die Zwölf gerichtete It’s Beautiful gehören zu jener Sorte Titel, an denen sich die Band auch zukünftig strikt orientieren sollte. Denn den hymnischen Hüftschwung zwischen Bedauern, Nostalgie und Überschwang, den beherrschen Town Of Saints scheinbar aus dem Effeff.

Womöglich haben die zu vernachlässigenden Versuche der Selbstfindung, die das Album mit aufträgt, zu dieser Qualität erst beigetragen. Dann will ich nichts gesagt haben. Und nur bekräftigen, dass ich beim nächsten Mal ein erstes Meisterwerk erwarte, das zu jeglichem artfremden Geklingel auf Distanz geht. Danke.

11.05. Hamburg (Hafenklang)
12.05. Berlin (Privatclub)

No Place Like This:
vevo.com/watch/town-of-saints/No-Place-Like-This/NL53N1600001

townofsaints.com
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