Chris Abrahams - Fluid To The Influence

Von der Synthese zur Synergie

Auch auf seinem vierten Release für das australische Qualitätslabel Room40 schöpft der in Neuseeland geborene Total-Musiker Chris Abrahams großzügig aus dem Fundus seiner herausragenden Expertise (man denke nur an The Necks). Wie schon sein allseits euphorisch aufgenommener Vorgänger Memory Night entführt Fluid To The Influence in autonome Spähren, die trotz eines vermutlich stark reduzierten Improvisationsanteil den Eindruck erwecken, als spiele der Meister vollkommen frei auf. Um seine Hörer mitzureißen. Um sie zu animieren, sich ihrer Freiheit des Vernehmens zu entsinnen.

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Chris Abrahams: "Fluid To The Influence" (Room40)

Chris Abrahams: „Fluid To The Influence“ (Room40)

Es fällt nicht leicht, Fluid To The Influence von seiner soeben angedichteten Zweckmäßigkeit zu entheben. Insbesondere bei den griffig geratenen Pianoparts wird deutlich, in welch ausgeprägtem Maße sich Chris Abrahams auf die hohe Kunst des Abholens versteht. Seine Verlockungen rühren ans Unwiderstehliche. Sind sämtliche Barrieren erst aufgelöst, gelingt auch die Sensibilisierung für die Lesbarkeit des Uneindeutigen.

Die zu Beginn offensiv (und im weiteren Verlauf sporadisch) eingesetzte Orgel vermittelt ein vages nostalgisches Moment – und liefert somit einen weiteren Nachweis für des Komponisten Intention, Anknüpfungspunkte zu bieten, die im weiteren Verlauf des Albums einer Plausibilität zugute kommen, mit der sich erleichtertes Wohlbefinden auch in den abstrakt-elektronischen Passagen erhält.

Kaum einem zeitgenössischen Komponisten gelingt es wie Chris Abrahams, aus Synthesen Synergien zu destillieren. Allein Titel wie As Tranquil As An Apple oder Rust And Comet versprechen auch in dieser Hinsicht nicht zu viel.

Receiver:
vimeo.com/150453769

emporium.room40.org

dense.de

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