Die Nummer Eins der Bucht: TESTAMENT, Live Music Hall Köln, März 2013

Mit Nachdruck haben die US-Metaller TESTAMENT 2012 ihr aktuelles Album „Dark Roots of Earth“ in den deutschen Albumcharts auf Nummer vier geschoben. Gespannt warteten die Fans also auf die Europa-Tour der Kalifornier. Im März kamen die San Francisco Bay Area Thrasher schließlich nach Good Old Germany. Als Support mit von der Partie waren die deutsche Thrash-Metal-Band DEW-SCENTED und die schottischen Metalcore-Spezialisten BLEED FROM WITHIN. Wir waren dabei, als der Dreierpack in der Kölner Live Music Hall in die Saiten haute.

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Die US-Metaller TESTAMENT rockten die Bühne der Kölner Live Music Hall. Bild: Thomas Mendle

Die US-Metaller TESTAMENT rockten die Bühne der Kölner Live Music Hall. Bild: Thomas Mendle

Aus Glasgow waren BLEED FROM WITHIN angereist, und im Gepäck hatten sie die harten Bandagen: Metalcore und Deathcore, der während des kurzen Auftritts den Zuschauern ordentlich was auf die Ohren geben sollte. Trotz des deftigen Härtegrads der Mucke hat der schottische Akzent von Shouter Scott Kennedy eine Menge Charme.

Viel unterwegs und deshalb – zumindest in Deutschland – bei den Thrash-Metal-Fans schon lange ein Begriff sind DEW-SCENTED. Die Formation blies altbewährten Thrash mit jeder Menge Growls und beinharten Double-Bass-Attacken von der Bühne – stellenweise durchsetzt mit melodischeren Abschnitten a la Kreator oder Testament. Das Publikum ließ sich von der guten Laune der Band sichtlich anstecken und die Grundlage für einen deftigen Konzertabend mit TESTAMENT war gelegt.

Charisma pur: Sänger Chuck Billy. Bild: Thomas Mendle

Charisma pur: Sänger Chuck Billy. Bild: Thomas Mendle

Als die die Bühne stürmten, machten sie von Anfang an klar, wer in der Bay Area Thrash Szene das Sagen hat. Mit „Rise Up“, dem Opener der neuen Scheibe, bekamen die Besucher ein ordentliches Pfund auf die Ohren, bevor mit “More than Meets the Eye” und “Burnt Offerings” bewährte Kracher folgten. Wie immer dominierten die herrlich kehlige Stimme und das Charisma von Shouter Chuck Billy den Gig. Der grün leuchtende Stativ-Stab seines Mikros ist schon lange ein Markenzeichen des sympathischen 50-Jährigen. Mit „Native Blood“, „True American Hate“ und „Dark Roots of Earth“ präsentierten die Amerikaner weiteres aktuelles Material. Wie immer verzichteten die Musiker auf übertriebene Verrenkungen oder aufgesetzt wirkende Bühnenaction. Denn die fünf wissen, dass allein der brachiale Druck ihrer Musik für Begeisterung sorgt. Für die Höhepunkte der Show sorgten die legendären Thrash-Kracher „Into the Pit“ und „Practice What You Preach“ sowie die mittlerweile schon 30 Jahre alte Hymne „Over the Wall“.

Etwas verdutzt schauten die Fans allerdings, als sich Testament mit „The Formation of Damnation“ nach 80 Minuten verabschiedeten. Das Hallenlicht wurde angeschaltet, die Band hatte sich ohne jegliche Zugabe verdrückt – der einzige bittere Beigeschmack einer ansonsten überzeugenden Vorstellung der Nummer Eins in der San Francisco Bay Area.

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Über Thomas Mendle

Freier Journalist und Autor. Lebt nach Zwischenstationen in Tübingen, Phoenix/Arizona und Bonn in Düsseldorf und arbeitet für mehrere große Tageszeitungen sowie für die dpa. Rock, Hard Rock und Heavy Metal gehören ebenso zu seinen Spezialgebieten wie Auto und Motorrad.