Während Donovan seine vielleicht letzte Tour durchzieht, schickt sich Kevin Morby an, mit Singing Saw (Dead Oceans/Cargo) dessen/sein Erbe anzutreten. Auch wenn er es selbst eventuell nicht wahrhaben will. Und sich mit Pauken und Trompeten dagegen wehrt, als öder Singer/Songwriter verschlissen zu werden. Seine singende Säge schwingt unerhört sexy. Wer sie erhört, kommt noch auf ganz andere Gedanken.

Kevin Morby: "Singing Saw" (Dead Oceans/Cargo)
Kevin Morby: „Singing Saw“ (Dead Oceans/Cargo)

Kevin Morby löst beim Hörer von Singing Saw den dringenden Wunsch aus, alles noch einmal von vorn zu besprechen, nächtelang. Denn bei aller Opulenz hinterlässt das Album Erklärungslücken – was könnte es Schöneres geben?!

Die Art und Weise, mit der es Kevin Morby gelingt, die Lücken zu kaschieren ist schlicht atemberaubend, um mal ein bescheidenes Wort einzubringen. Ihm scheint klar zu sein, dass sich die unendliche Vielfalt selbst im eindeutig Nebensächlichen verbirgt. So weist er etwa eine vom Papier her für unmöglich gehaltene Nähe zu Tomas Petterson (Ordo Rosarius Equilibro, doch dazu später mehr) auf.

Nähmen wir Donovan hinzu, könnten wir es auch gleich dem standhaften Zinnsoldaten nachmachen. Wähnen uns dabei aber doch von Kevin Morby gewappnet, den Blick dem Sprung vorzuziehen. Edle Einfalt, (überhaupt nicht) stille Größe. Mit Augenmaß und ganz viel von dem, das sich Empathie und bisweilen auch Liebe schimpft. Hach!

09.05. Berlin (Lido)
14.05. Hamburg (Molotow)

kevinmorby.com
facebook.com/kevinrobertmorby

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