Wusstet ihr schon, dass die Urletten der Karies ein Schnippchen zu schlagen wussten, indem sie Bienenwaben zu kauen pflegten? Geheiligt sei das Schmirgeln. Die die (Erdogan, zeig mich an) Zivilisationskrankheit par excellence im Namen tragende Formation diasporisch verstreuter Bengels (dass zuvor noch niemand auf die Idee gekommen war, den Buddy von Baktus zum Namen zu erheben, grenzt an ein Wunder) haut nach dem Debüt Seid umschlungen, Millionen eine autonome EP (This Charming Man/Harbinger Sound) mit vier Titeln ins Becken des „bitte Ausspülens“ in die Bresche, das aufweist, inwiefern sie auf bestem Wege sind, den üblen Zucker aus der Glasur zu rammen.

Karies: "s/t" (This Charming Man/Harbinger Sound)
Karies: „s/t“ (This Charming Man/Harbinger Sound)

Eingestandenermaßen im Entspannungsfeld von Nöhlern wie Human Abfall, All Diese Gewalt sowie den notorischen Schnöseln von Die Nerven verortet, preschen Karies auf ihrem Appetizer zum zweiten Album, das im Herbst fertig sein soll, vor. Kommen „zur Sache“ (Helge Schneider) und lassen keinen Zweifel darüber zu, dass ihnen eine gewisse Zukunft gehört.

Der Redundanz entkommen sie durch Wucht. Vor dreißig Jahren wären sie das Ding der Stunde gewesen, hätten Killing Joke an die Karre gepisst. Heute gereicht ihr Entwurf zu Wohlwollen in Anbetracht der Zielgruppe: Studenten sämtlicher Fachrichtungen, die niemals das Frühstücksfernsehen (obwohl doch immer so tolle Bands wie AnnenMayKantereit auftreten) einschalten. Weil sie, wenn dieser Mist läuft, noch ihren Rausch auspennen, mit ungeputzten Zähnen.

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