Mit Junk Funk hatten es sich OMD anno 1984 bei ihren Anhängern, die Andy McCluskey und Paul Humphreys in sämtliche Top Ten zu drängen drohten, ordentlich verschissen. Das plötzliche Nebeneinander von Unversöhnlichem aus purem Willen zur Freiheit wurde kaum akzeptiert. Ein ähnliches Schicksal könnte auch Anthony Gonzales anhand von Junk (Native/Indigo) blühen, vermengt er hier und doch scheinbar jeden Kram, der ihm in den Sinn kommt. Ohne Rücksicht auf Verluste, fernab jeglicher Vereinnahmung von Dream-Electro-Playlists.

M83: "Junk" (Naive/Indigo)
M83: „Junk“ (Naive/Indigo)

Und doch insistiert M83 darauf, dass man sich Zeit für sein Album nehmen sollte. Der Sinn dieses angeratenen Unterfangens erschließt sich wohl nur ihm selbst. Dabei ist der einberufene Crossover (Steve Vai als, was sonst, Solist inklusive) an sich ja – eine feine Sache. Und doch fällt es schwer, sich angesichts des dargebotenen Kuddelmuddels auf eine Seite zu schlagen, die da urteilt: Gut so.

Wenn Eklektizismus zur vagen Kopie degeneriert, hört der Spaß auf. Oder, im Sinne des Albums, fängt er gerade mal an. Das schwebend Schöne in lapidare Beats packen, falsche Fährten legen, die Kehrwoche versäumen: Anthony Gonzales kann und darf das. Doch wäre ein dezenterer Aufgriff der Querverweise im Sinne des Großen und Ganzen eventuell und vielleicht …

Ach was, es ist ja sein Ding. Und wer über vollendet vollzogene Schnitzer (allein den Opener Do It, Try It auszuhalten, ist sämtlicher Ehren wert) seinen Mantel der Genügsamkeit zu legen weiß, versteht es auch, an Junk seine Freude zu haben. Wie einst bei OMD.

15.07. Melt Festival

ilovem83.com
facebook.com/m83

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert