Interview mit Good Old War

„Es ist gut zu wissen, Anknüpfungspunkte bieten zu können”

Im Gefolge eines Brian Fallon (The Gaslight Anthem) durch die Hallen zu ziehen, ist kein reines Zuckerschlecken. Immerhin gilt es, sich einer gewissen Borniertheit auszusetzen, die von der Stammklientel Ohrlappen kanalisierter Teppiche mit Eigenheim im Sinne nun einmal ausgeht. Keith Goodwin und Dan Schwartz zeigen sich im Vorfeld ihres Supports in der Kölner Live Music Hall davon herzlich unbeeindruckt. Und freuen sich auf einen weiteren Gig, auf dem sie ihr aktuelles (und erst zum 1. Juli offiziell auch in Deutschland erscheinendes) Album Broken Into Better Shape (Nettwerk/Soulfood) locker präsentieren dürfen. Mit Zeit für einen Plausch im Vorfeld, der beinahe in einem spontanen Jam gemündet wäre, derweil vor der Tür ein Gewese um den Hauptact veranstaltet wird, das zu einer Rihanna (die mit den Orgasmus-Problemen) eher gepasst hätte, als zu dem pseudo-alternativen Gehabe von Brian Fallon und seinem von Herzen erzkonservativem Publikum.

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Keith Goodwin (Good Old War), Live Music Hall, Köln (Stephan Wolf)

Keith Goodwin (Good Old War), Live Music Hall, Köln (Stephan Wolf)

amusio: „Ehrlich gesagt, hat eure Label-Zugehörigkeit zu diesem Meeting geführt. Und somit dazu, dass ich ständig denke, es handele sich bei euch um eine australische oder kanadische Band…“

Keith Goodwin: „Auf Nettwerk zu signen, war und ist für uns eine großartige Sache, völlig egal, welche Nationalität nun fortan mit uns assoziiert wird (lacht). Es entspricht unserem Selbstverständnis, als internationale Band wahrgenommen zu werden, Nettwerk arbeitet dem zu. Als eine Band für alle, die good vibes wollen oder sogar brauchen. Wo wir her stammen, ist in diesem Zusammenhang allenfalls zweitrangig.“

amusio: „Ihr habt euer aktuelles Album in New York, in Los Angeles und vor allem in Nashville eingespielt. US-amerikanischer geht es wohl kaum. Und doch unterstelle ich euch mal einen Hang zum Britpop, der sich auf Broken Into Better Shape Bahn bricht.“

Keith Goodwin: „Gut, dass du das ansprichst. Ist uns irgendwie auch aufgefallen, wenn auch nur im Nachhinein.“

Dan Schwartz: „Es ist gut zu wissen, Anknüpfungspunkte bieten zu können. Dass wir auch seitens der Presse nicht irgendeinem Genre zugeschlagen werden, gefällt uns und wird uns auch gerecht.“

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