Heather Nova: 300 Days At Sea

Auf den Bermudas geboren, 2003 nach vielen Jahren in London dorthin zurückgekehrt, doch keinesfalls verschwunden. Heather Nova, Jahrgang 1967, hat 2011 mit „300 Days At Sea“, ihrem nunmehr dreizehnten Album, ein kraftvolles Lebenzeichen gegeben. Eines, das eher an ihre produktivste und erfolgreichste Schaffensperiode in den neunziger Jahren – „Oyster“, 1994, und „Siren“, 1998, seien hier in erster Linie genannt– erinnert als an die letzten Alben, die doch meist etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

300 Days At Sea (2011). Quelle: Warner Music

300 Days At Sea ist eine vielseitige Mischung aus Balladen sowie rockigen und poppigen Stücken, das Heather Nova allen Raum lässt, ihre Stärken, die Stimme und die rockige E-Gitarre, auszuspielen. Das Album startet mit einer sehr gefühlvollen, fast verträumten Ballade, die durch die Stimme der Sängerin lebt: „Beautiful Ride“. Es folgt ein melodiöses und poppiges Stück, das etwas vom langsameren Gang der Dinge auf den Bermudas ahnen lässt: die Single-Auskopplung „Higher Ground“. „Stop The Fire“ lebt von der Dynamik und dem sehr dominanten Beat. „Save A Little Piece Of Tomorrow“ ist einerseits rockig und dynamisch, lässt aber erkennen, dass die Musikerin noch ganz andes könnte, wenn sie wollte.

„Everything Changes“ nimmt die Dynamik wieder raus, es entfaltet sich eine leise Ballade mit sparsamer Instrumentierung. „Do Something That Scares You“ ist wiederum ein druckvolles Rockstück mit dominanten Drums. „The Good Ship „Moon“ lebt von Heather Novas gefühlvollem Gesang, die sich hier nur von einem Klavier begleiten lässt. Das poppige „Turn The Compass Around“ ist sehr eingängig und melodiös. Es folgt die ruhige Pop-Ballade „Burning For Love“. Nach dem rockige „I’d rather Be“ kommt die getragene Ballade „Until The Race Is Run“, bei der nicht zuletzt die ausgewogene Instrumentierung gefällt. „Sky“ ist wieder sehr ruhig und gefühlvoll, während der Bonustrack „Precious Thing“ noch einmal rockige Akzente setzt.

Der CD ist eine DVD mit einigen Videos und einem Interview beigefügt. Fazit: Heather Nova mag weit weg sein von Europa, von der Entwicklung abgekoppelt ist sie mitnichten.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Frank Behrens

Frank Behrens arbeitet als freier Journalist in der Nähe von Hamburg. Noten kann er keine lesen, aber Musik hören. Am liebsten Rock und Blues.