Wem die Kombination der Sinneinheiten „Symphonic Metal“ und „Tunesien“ auf Anhieb nicht so recht einleuchten will, dürfte die ersten vier Alben von Myrath verpasst haben. Mit Nummer Fünf, Legacy (earMusic/Edel), wird indes ad hoc deutlich, dass „Tunesian Metal“ zwar rar gesät sein mag, anhand der (teilweise auch in Frankreich ansässigen) Band um Sänger Zaher Zorgatti jedoch ein global gültiges Format nicht nur erlangt, sondern on top mit eigenen Geschmacksnoten anzureichern versteht.

Myrath: "Legacy" (earMusic/Edel)
Myrath: „Legacy“ (earMusic/Edel)

Wem also gediegener Symphonic Metal, der vereinzelte Prog-Ansätze mit dem Charme von Eurovision Song Contest-Dramoletten verknüpft, nicht zusagt, wird sich auf Legacy umsonst auf die Suche nach Elementen begeben, die den Maghreb kennzeichnen. Sieht man einmal von einigen Gesangslinien ab, die sich zumeist auch recht schnell und entschlossen wieder einer „gewöhnlichen“ Melodik widmen.

Es sollte sich hinsichtlich einer vermuteten Folkloristik also nicht zu viel versprochen werden. Dann schon eher von dem Streben der Band, Vorbildern wie Dream Theater oder Stratovarius gerecht zu werden. Doch hierzu geraten ihnen auf Legacy dann doch etliche Passagen zu sehr ins Fahrwasser von schlichten Europe auf dem Weg zur Endausscheidung. Wem das jedoch nichts ausmacht, dürfte froh sein, Myrath nun endlich entdeckt zu haben. Zumal in produktionstechnischem und handwerklichem Sinne eine glatte Eins zu vergeben ist. Der sich ab und an zu deutlich artikulierende Kitsch ist somit als Stilmittel zu werten, das in geeigneten Ohren den Schmalz zum Sieden bringen wird.

Believer:
youtube.com/watch?v=CnFtZZp7f-c

myrath.com
facebook.com/myrathband

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