Ritornell - If Nine Was Eight

Des Rätsels großer Spaß

Auf dem dritten Album der Wiener Jazz-Elektroniker (oder E-Jazzer mit U-Einschlag) Richard Eigner und Roman Gerold wimmelt es von kurzen Momenten leichtfüßiger Konsumierbarkeit. Doch jedes Mal, wenn If Nine Was Eight (Karaoke Kalk/Indigo) ins verspielt Gefällige abzudriften droht, genügen kleinste Verschiebungen von Nuance oder Klangfarbe, mit der die Orientierung zumindest teilweise oder gar gänzlich wieder flöten geht. Ein Riesenspaß auf spieltechnisch höchstem Niveau.

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Ritornell: "If Nine Was Eight" (Karaoke Kalk/Indigo)

Ritornell: „If Nine Was Eight“ (Karaoke Kalk/Indigo)

Neben dem filigranen Arbeitsspiel der beiden Hauptverantwortlichen brillieren Norbert Trawöger an den Flöten, Flip Philipp an Marimba und Vibraphon, Jon Sass an der Tuba, Werner Zangerle am Saxophon und Julian Sartorius mit perkussiven Einschüben. Doch die Größe der Namen tut dem Vergnügen am Detail nicht den geringsten Abbruch. Dem Regelwerk des Teaserns, Ausführens und Verwerfens will man nur allzu gerne auf den Grund gehen. Jedoch sieht man sich immer wieder lustvoll dazu genötigt, auf ungefähr halben bis dreiviertel Wege die Segel zu streichen.

Man müsste schon der Annahme des Albumtitels den Konjunktiv klauen, um die Vollzugsweisen des Albums erschöpfend klären oder gar deuten zu können. Selbst die aufgrund gesanglicher Stabilisierung (Mira Lu Kovacs, Tobias Koett/Ant Antic) formal zugänglichen Intonationen schüren die Neugierde anstatt sie zu befrieden. If Nine Was Eight bleibt ein Geheimnis. Die Annäherung an seine Auflösung ein unerschöpflicher Born bester Unterhaltung.

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