Eine bis dato einzigartige Kompilation soll den Stein ins Rollen bringen: „I want to make the world love kologo music like Bob Marley made the world love reggae music“, sprach King Ayisoba, der ghanaische Großmeister der modernen Art, die Laute namens Kologo zum Klingen zu bringen. Dass er den Reigen profilierter Vorreiter der aktuellen Szene auf This Is Kologo Power! (Makkum Records/Clear Spot) anführt, ist Ehrensache. Dass der Album-Kurator Arnold de Boer (Zea/The Ex) 2014 dem Sound aus Kumasi, Ghana anlässlich eines Festivals vor Ort offenbar sofort verfallen war, lässt sich zumindest nachvollziehen.

Various Artists: "This Is Kologo Power" (Makkum Records/Clear Spot)
Various Artists: „This Is Kologo Power“ (Makkum Records/Clear Spot)

This Is Kologo Power! bietet anhand von neun Protagonisten der lokalen Szene einen „unerhörten“ Einblick in das ausdrucksstarke Vermögen, welches das an sich wandlungsarme Instrument auszulösen vermag. Zumindest in seiner Heimat, wo es in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erfuhr: Vom der Bauernlaute zum heißesten Scheiß ganz Ghanas, längst und oftmals gnadenlos auf Pop getrimmt, Autotune inklusive.

„No computer beats“ befand King Ayisoba angesichts der Aufgabe, „Kologo Power“ im authentisch-traditionellen Ornat zu repräsentieren. Somit teilt er die Auffassung seines Gegenspielers Guy One, der prinzipiell das am Beispiel des US-amerikanischen R&B geschulten Pimpen des überaus beliebten Generalsounds ablehnt. Aber Arnold de Boer ist nun mal ein Freund von King Ayisoba. Also findet Guy One auf This Is Kologo Power! auch nicht statt. Ach, Afrika!

Wer’s braucht, nur zu. Aber trotz der Glaubwürdigkeit, mit der Arnold de Boer für sein Engagement im Sinne einer „African initiative“ einsteht, sollte dieser Sampler nicht darüber hinwegtäuschen, dass er in etwa einen Versuch unternimmt, Helene Fischer in Ghana zu etablieren. Was Bob Marley davon halten würde?

makkumrecords.nl

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