XXV Wave Gotik Treffen Nachlese V

Ein letzter Rundgang

Der Donnerstag danach. Nach einer Veranstaltung religiösen Zuschnitts, die anlässlich ihrer 24. Wiederkehr sämtliche Beteiligten noch enger zusammenführte als je zuvor. Während für gewöhnlich der Abschlusstag stets von einer grundlegenden Wehmut gekennzeichnet ward, hielt sich dieses Mal die Euphorie bis in die allerletzten Stunden aufrecht, bis in die letzten Abschiede hinein. Denn man weiß ja, dass ein Jahr schnell vergeht. Und das sich mit dem Amphi zu Köln, dem M’era Luna – und weiteren, erfreulich zahlreich anstehenden Events – die Wartezeit verkürzen lässt. Hier also eine vorerst letzte – subjektive – Nachlese im Rückblick auf die musikalischen Ereignisse zu Pfingsten im genuin inspirierenden Leipzig.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

(wave-gotik-treffen.de)

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Freitag. Im immer wieder herrlich modrigen Felsenkeller versäumen die Golden Apes aus Berlin ihre Chance, den eigenen Status des Mitläufertums zu überwinden. Daran trägt offensichtlich Sänger Peer Lebrecht die Hauptschuld. Es sei denn, sein bemitleidenswerter Zustand ist einer schweren Erkältung oder Zahnschmerzen geschuldet. Vermutlich eher nicht, so sich doch sein gesanglicher Vortrag als durchaus tauglich erweist. Doch es ist zu spüren, wie ihn seine Kollegen immer wieder dazu ermuntern müssen, nicht zu kollabieren. Oder ist es nur Show? Musikalisch solide, aber ohne den rechten Pepp (auch da kein Live-Schlagzeug vorhanden), sind sie wohl schnell vergessen. Stunden später sollten die wahrlich altgedienten Girls Under Glass eine überzeugendere Sprache sprechen…

Szenenwechsel. Heidnisches Dorf. Cultus Ferox trotzen dem aufziehenden Schlechtwetter mit einer permanenten Aufforderung, beim Metkonsum nicht zu knausern. Die Stimmung bleibt entsprechend gut. Anschließend begeistern Leaves‘ Eyes vor allem mit ihrer neuen Sängerin, Elina Siirala. So auch die Restanten von Theatre Of Tragedy und Atrocity keine Gelegenheit auslassen, sämtliche Klischees zu bedienen, hinterlässt zumindest ihre Stimme einen überaus wohligen Eindruck.

Derweil platzt die Kuppelhalle aus sämtlichen Nähten. In The Nursery „ziehen“ ihr Publikum wie selten zuvor. Dabei haben sich die Gebrüder Klive und Nigel Humberstone aus Sheffield noch nie als bühnenabstinent erwiesen. Doch ihnen zuzuhören, erweist sich auch nach 35 Jahren der Aktivität als ein erhebendes Erlebnis. Als einziges Problem ihrer sensibel zusammengestellten Werkschau erweist sich – wieder einmal – die kaum zu meisternde Akustik des Volkspalasts. In Abhängigkeit vom jeweiligen Standort scheint nicht jeder Twist des Nurserischen Soundimperiums aufzugehen.

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