Abstoßend? Sexy!

Fat White Family im Gebäude 9 zu Köln

Mit unverhohlener Freude am eigenen Treiben spielen sich die britischen Skandal-Psychpunks durch ihre Alben Champagne Holocaust und Songs For Our Mothers. Und erweisen sich in der für sie ideal gewählten Venue als Garanten für freudige Ausgelassenheit, die es auch an musikalischem Know-how nicht mangeln lässt. Von spekulativer Aufgesetztheit keine Spur.

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Verlässlich in Auftritt und Aussage: Fat White Family (Stephan Wolf)

Verlässlich in Auftritt und Aussage: Fat White Family (Stephan Wolf)

Das bärbeißig Provokante sowie die damit konterkarierende Schnöseligkeit ihres bisherigen Auftretens lassen Saul Adamczewski, Lias Saoudi und Kollegen in Köln locker außen vor. Fast könnte man von einem konventionellen Rock-Konzert sprechen. Wäre da nicht die schleichende Aufgeregtheit eines am Skandal interessieren Publikums, dessen Erwartungshaltung sich an der eigentlichen Harmlosigkeit bricht. Die Mischung stimmt, die Saat geht auf.

Vor allem beeindruckt das spielerische Vermögen der Band, mit dem sie ihre speziell auf dem aktuellen Longplayer Songs For Our Mothers eigenartig verhuschten Tracks in voller Blüte und aller Schönheit auffährt. Substanz trifft auf Energie, Chuptze auf augenzwinkernde Distanz, Wut auf die Welt dort draußen auf die Liebe zu den Leuten, die mitfeiern. Das hat Größe. Und ist, zu allem Überfluss, auch noch verdammt sexy.

facebook.com/Thefatwhitefamily
fatwhitefamily.bandcamp.com

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