Tiny Fingers - The Fall

Aufgeben gilt nicht

Von ihrer Support-Tour mit Long Distance Calling wohlbehalten in Tel Aviv zurückgekehrt, erweist sich auch das fünfte Album der israelischen Postrocker als beeindruckendes Statement wider jegliche Form der Kaltherzigkeit. Vielmehr besticht The Fall (Pelagic Records/Cargo) mit einem gnadenlos zuschlagenden Willen zur Emotion. So sehr sich diese auch als genuin ambivalent erweist. Doch Tiny Fingers haben Material und Sujet im Griff. Von einem Genuss ohne Reue kann dennoch nicht die Rede sein.

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Tiny Fingers: "The Fall" (Pelagic Records/Cargo)

Tiny Fingers: „The Fall“ (Pelagic Records/Cargo)

Denn wer sich auf The Fall einlässt, wird sich sicher auch den dunklen Seiten der Existenz zu stellen haben. Das sich vor lauter Wohlklang in Wohlgefallen Auflösen, das von so manch artverwandten Act betrieben wird, entzieht sich bei Oren Ben David jeglicher Intention. Vielmehr werden auch ausgesprochen negative Gefühle und Erfahrungen fokussiert, wobei die an den Tag gelegte Dynamik der Resignation stets ein Schnippchen zu schlagen weiß.

Radiohead ist im diesen Sinne noch nicht einmal die gewagteste Referenz. Im direkten Vergleich schneidet The Fall gegenüber A Moon Shaped Pool zumindest in puncto Verbindlichkeit besser ab. Tiny Fingers sind textlos narrativ veranlagt, sprechen dabei jedoch nicht in Rätseln oder Metaphern, deren Auflösung Vermutung bleiben muss. Sondern erlagen eine Klarheit, die das Verständnis geradezu erzwingt.

The Fall:
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